"Treffen bei Ebersberg d. 3. May 1809."
Johann Lorenz Rugendas
1811
Die Darstellung entspricht seitengleich und sehr detailliert der eigenhändigen Aquatinta desselben Titels (Darst. 389 x 555 mm; Probedruck-Exemplar vor der Schrift im Heeresgeschichtlichen Museum, Wien, Inv. BI 4798). Die Exemplare mit Schrift sind nach freundlicher Auskunft von Andrea Teuscher, Kunstsammlungen der Stadt Augsburg, französisch und deutsch wie oben betitelt und bez. "Nach der Natur entworfen von A. Adam, ausgeführt und geäzt von J. L. Rugendas in Augsburg", "Nachdem die K. K. französische Armée biss an die Traun vorgedrungen war, setzte sich derselben bei Ebersberg das Corps dess Kayserl. Oestreichischen Generals von Hiller entgegen, und vertheidigte diesen wichtigen Posten auf das Tapferste, so das es dem Kayserl. Königl. französischen General Claparede nur mit der grösten Anstrengung gelang sich der Brücke zu bemächtigen. Drey muthvolle Angriffe wurden zurückgewiesen, und nur durch die angestrengteste Tapferkeit der Schützen vom Po, konte endlich diese Position von der französischen Armee genommen werden." - Für Albrecht Adam als Entwerfer der Szene gibt es bislang keinen sachlichen Beleg. Der Künstlerfreund von Rugendas, der im Gefolge des Reichsgrafen Froberg-Montjoye am Feldzug von 1809 teilnahm, schreibt im dritten Kapitel seiner Selbstbiographie Aus dem Leben eines Schlachtenmalers, hrsg. von H. Holland, Stuttgart 1886, S. 75, über den 4. Mai 1809: "Auf dem halben Wege zwischen Linz und Ebelsberg erhielten wir durch einen Courier Nachricht von einem blutigen Treffen, welches Tags zuvor in letzterem Orte stattgefunden. Bald erblickten wir auch die traurigen Merkmale des Kampfes. Todte und schwer verwundete Menschen, welche sich mühselig einherschleppten, bezeichneten den Weg nach dem mehr als halbzerstörten Orte, der sich an den Ufern der Traun auf einer sanft ansteigenden Höhe erhebt. Eine lange, halbzerstörte, hölzerne Brücke fast ohne Geländer, an der die Wirkungen des Geschützes recht sichtbar hervortraten, führte durch ein enges, jetzt nicht mehr bestehendes Thor in die Stadt. Im Flusse lagen viele von der Brücke hinabgefallene oder hinabgeworfene Leichen. Überall sah man die Spuren des kurzen, aber mörderischen Kampfes, welcher hier auf einem kleinen Raume zusammengedrängt war. Ich fand so viel Zeit, von der Brücke und dem Orte mit mehreren traurigen Episoden dieser Umgebung eine Zeichnung zu machen, bevor wir die Stätte des Schreckens in der Stadt selbst betraten."
zitiert aus: Konrad Oberhuber (Hg.), Maren Gröning, Marie Luise Sternath (Bearb.), Die deutschen und Schweizer Zeichnungen des späten 18. Jahrhunderts, Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Graphischen Sammlung Albertina, Bd. IX, Wien u.a. 1997, S. 214, Nr. 719.
IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/18242/treffen-bei-ebersberg-d-3-may-1809Image Request