Tannengruppe am Rande einer Weide, Hirte mit Herde
Johann Christian Klengel
nach 1792
Die vorliegende Zeichnung ist sicher in Zusammenhang mit dem Gemälde "Landschaft bei Dresden" (AK Freiberg 1950, Nr. 13, m. Abb.; Neidhardt 1976, Abb. 12) zu sehen, das Neidhardt "um 1785" datiert. Die dominante Baumgruppe wird dort mehr in den Bildmittelgrund geschoben, der Vordergrund wird durch einen Fluss mit kleinem Wasserfall erweitert. Klengel gestaltete damit eine im Charakter einheitliche, nicht mehr aus Einzelelementen zusammengesetzte, auf genauer Naturbeobachtung beruhende Landschaft. Diese Bildeinheit, verbunden mit exakter Naturbeobachtung, hat Klengel nach den Ausführungen von Heinrich Marx ("Dresdener Kunstblätter", Jahrgang 16 [1972], Heft V, S. 185ff.) erst in den 1790er Jahren erlangt. Nach seinem Romaufenthalt wandte sich Klengel auch wieder vermehrt der sächsischen Landschaft zu. Die Zeichnung Klengels wird aufgrund dieser Beobachtungen und im Vergleich mit Inv. 14745 und Inv. 14746 eher in die 1790er Jahre zu datieren sein. Dafür spricht auch die bei Neidhardt 1976, Abb. 5, publizierte Federzeichnung "Hohe Tannen". Das Blatt ist #Heinrich Theodor Wehle, einem Schüler Klengels, zugeschrieben und zeigt ein bis in die Einzelheiten identes Motiv. Es könnte sich um eine Kopie Wehles nach der vorliegenden Zeichnung handeln. Wehle kam 1793 als Schüler zu Klengel.
zitiert aus: Konrad Oberhuber (Hg.), Maren Gröning, Marie Luise Sternath (Bearb.), Die deutschen und Schweizer Zeichnungen des späten 18. Jahrhunderts, Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Graphischen Sammlung Albertina, Bd. IX, Wien u.a. 1997, S. 100, Nr. 291.
IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/18460/tannengruppe-am-rande-einer-weide-hirte-mit-herdeImage Request