Kopie nach Raphael: Die Madonna des Hl. Sixtus
Apollonia Seydelmann
1809
Ein Vergleich mit dem im Bildfeld fast millimetergenau übereinstimmenden Kupferstich von #F. W. Müller (Albertina-Exemplar: It GM ///, Bl. 45) zeigt einerseits die aus der Entstehungsgeschichte des Stichs bekannten Abweichungen. Müller hatte sich besonders um eine Korrektur der Köpfe der Figuren bemüht, deren Ausdruck ihm in der Zeichnung der Seydelmann nicht genügte. Andererseits erkennt man aber, zum Beispiel in einem vermittelnden Vergleich mit dem Reproduktionsstich von #C. G. Schultze nach #Crescentius Seydelmanns Zeichnung für das Dresdner Galeriewerk (Vol. III, Bl. 1; Albertina-Exemplar: Sign. F. 16), dass Müller die typische Gestalt nebensächlicherer Details genau übernommen hat. Zu vergleichen wären speziell die graphisch eher hart verdeutlichten Engelsköpfe in der Gloriole oder Einzelzüge im Faltenwurf des Vorhangs. Ein Brief F. W. Müllers an seinen Vater vom 25. August 1808 erwähnt die Vorlage von Apollonia Seydelmann tatsächlich als "Sepia-Zeichnung". Ihre Fertigstellung war für Ende des Sommers 1809 geplant. (Freundliche Überlassung einer Kopie dieses Briefes aus dem Hauptstaatsarchiv Stuttgart von Christian Rümelin, Bern.)
zitiert aus: Konrad Oberhuber (Hg.), Maren Gröning, Marie Luise Sternath (Bearb.), Die deutschen und Schweizer Zeichnungen des späten 18. Jahrhunderts, Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Graphischen Sammlung Albertina, Bd. IX, Wien u.a. 1997, S. 246, Nr. 827.
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