Landschaft mit Bäumen im Sturm
Théodore Rousseau
um 1850
Das bis jetzt unpublizierte Pastell kam erst vor kurzem als Schenkung an die Albertina. Für die Zuschreibung an Théodore Rousseau sprechen nicht nur stilistische Parallelen, sondern zudem zwei Stempeln auf der Rückseite der Eichenholztafel, vor allem ein Wachssiegel mit den Initialen von Théodore Rousseau, das in seinem Œuvre öfters anzutreffen ist. Wozu es gedient hat und ab wann es verwendet wurde, konnte Schulman in seinem Bestandskatalog der Werke Rousseaus nicht eruieren (Schulman 1999, S. 46). Er vermutet, dass das Siegel erst nach 1860 angefertigt wurde, da es sowohl auf frühen wie auch auf späten Arbeiten zu finden ist. Wichtig scheint in diesem Zusammenhang jedoch, dass es nur auf authentischen Werken auftaucht. Unter dem Siegel des Albertina-Pastells lassen sich des Weiteren die Stempelspuren einer Pariser Salon-Ausstellung erkennen. Rousseau hat von 1831 bis 1866 an diversen Salon-Ausstellungen teilgenommen.
Der malerisch-expressive Eindruck der Darstellung resultiert vor allem aus den furiosen, stakkatoartigen Kreidestrichen in Kombination mit dem braun grundierten Holzgrund, von dem sich die blauen, grünen und weißen Pastelltöne leuchtend abheben. Die betont kräftigen, nervösen Linien sind eher für Rousseaus Spätwerk etwa ab 1850 charakteristisch. Auffallend ähnlich sowohl was das Bildmotiv als auch die dynamisch offene Ausführung betrifft, ist z.B. das Gemälde "Le Sentier" (Privatbesitz), das Schulman (1999, Nr. 287) um 1844-1850 einordnet.
zitiert aus: Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Christine Ekelhart (Bearb.), Die französischen Zeichnungen und Aquarelle des 19. und 20. Jahrhunderts der Albertina. Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Albertina, Bd. XI, Wien/Köln/Weimar 2007, S. 658, Nr. 304.
IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/189726/landschaft-mit-baumen-im-sturmImage Request