Flusslandschaft
Jules Dupré
Das nicht signierte Aquarell zeigt auf der Rückseite zwei handschriftliche Vermerke mit Vorschlägen für eine mögliche Zuschreibung, wobei der Hinweis auf Dupré schlüssig erscheint. Das Blatt besticht vor allem durch eine subtile Behandlung des Gegenlichtes, das die dunkle Baumgruppe hell umrahmt und bildwirksam akzentuiert. Die nicht auf Detailbehandlung sondern auf atmosphärische Schilderung abzielende Darstellung ist für Duprés´ Werk charakteristisch und erinnert stark an die stimmungsvollen Ideallandschaften seines Vorbildes #Claude Lorrain, aber auch an die englische Landschaftskunst eines William Turner und John Constable. Zudem gehört die Wiedergabe einer stufenweise in die Tiefe führenden Landschaft mit niedrigem Horizont, einer mächtig aufragenden Baumgruppe, zumeist an einem ruhigen Gewässer, sowie einem weiten, durch Wolken bewegten Himmel zu Duprés bevorzugter Bildkomposition, die bei ihm häufig in Variation wiederkehrt.
zitiert aus: Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Christine Ekelhart (Bearb.), Die französischen Zeichnungen und Aquarelle des 19. und 20. Jahrhunderts der Albertina. Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Albertina, Bd. XI, Wien/Köln/Weimar 2007, S. 310, Nr. 136.
