Bildnis eines alten Herrn
Anonym
um 1800-20
Die tradierte Autorschaft von Friedrich Overbeck ist vor allem aus stilkritischen Gründen in Zweifel zu ziehen. Die Herkunft des Blattes aus Kärntner Privatbesitz, aus dem auch die noch fragwürdigere Zeichnung Inv. 24607 stammt, erschwert zusätzlich die plausible Rekonstruktion eines historischen Kontextes. Eine eventuelle Überlieferung etwa durch die Vermittlung von #Johann Evangelist Scheffer von Leonhardshoff, der 1812 Kammermaler des Klagenfurter #Fürstbischofs Franz Xaver Salm-Reiffenstein wurde und der Overbeck seit 1809 kannte sowie in seinem engsten Kreis arbeitete, als er sich 1815 in Rom aufhielt, würde sich doch besser dokumentiert haben als in der fehlerhaften Schreibweise von Overbecks Namen, links unten auf dem Blatt angedeutet.
Der fast miniaturhaft deskriptive Realismus, der sich im emphatischen Aufnehmen des ganzen komplizierten Lineaments, welches das alterszerfurchte Gesicht des Porträtierten charakterisiert, ausdrückt, und der gelassene bis zutrauliche Blick, zudem die gemütliche Pfeife im Mundwinkel, lassen sich als Grundhaltung nicht leicht mit Overbecks auf eine allgemeine Größe gerichtetem und, wenn überhaupt, dann sehr prüfend den Blick des Modells suchendem Temperament verbinden.
Während die Haargestaltung des alten Herrn durch die mittels paralleler Linien ziselierten Locken noch eine gewisse Ähnlichkeit z. B. mit Overbecks Bildnis Jakob Salomon Bartholdys im Berliner Kupferstichkabinett aufweist (ehemals Berlin Nationalgalerie; Abb. in AK New York 1988, Fig. 9), erscheint die Modellierung der Gesichtsplastik - im Unterschied zu Overbecks Handschrift - ohne eine deutlicher geregelte Schraffurtechnik kontinuierlich strichelnd aufgebaut.
Der fast miniaturhaft deskriptive Realismus, der sich im emphatischen Aufnehmen des ganzen komplizierten Lineaments, welches das alterszerfurchte Gesicht des Porträtierten charakterisiert, ausdrückt, und der gelassene bis zutrauliche Blick, zudem die gemütliche Pfeife im Mundwinkel, lassen sich als Grundhaltung nicht leicht mit Overbecks auf eine allgemeine Größe gerichtetem und, wenn überhaupt, dann sehr prüfend den Blick des Modells suchendem Temperament verbinden.
Während die Haargestaltung des alten Herrn durch die mittels paralleler Linien ziselierten Locken noch eine gewisse Ähnlichkeit z. B. mit Overbecks Bildnis Jakob Salomon Bartholdys im Berliner Kupferstichkabinett aufweist (ehemals Berlin Nationalgalerie; Abb. in AK New York 1988, Fig. 9), erscheint die Modellierung der Gesichtsplastik - im Unterschied zu Overbecks Handschrift - ohne eine deutlicher geregelte Schraffurtechnik kontinuierlich strichelnd aufgebaut.
Künstler:in
Anonym
Vormals zugeschrieben an
Friedrich Overbeck
(Lübeck 1789 - 1869 Rom)
Dateum 1800-20
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesBleistift
Dimensions147 x 118 mm
CreditALBERTINA, Wien
Object number24608
Inscribedl.u. "v Oberbeck" (Bleist.)
Provenance
IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/19448/bildnis-eines-alten-herrnImage RequestLast edited04.04.2012