Römisches Skizzenbuch: um 90° nach links gedreht: Landschaft mit einem Reiter
Friedrich Olivier
15. April 1822
Eine interessante Hypothese hinsichtlich der Ikonografie der vorliegenden Zeichnung bietet die Beschreibung von Martin Haberditzl bzw. Heinrich Zimmermann in Mitt. Österr.Gal., Nr. 2-3, 1918, Nr. 49. Demnach werden die Staffagefiguren im Mittelgrund als die heilige Familie aufgefasst, zu der auch der Reiter im Vordergrund als "Kriegsknecht des Herodes" in einer inhaltlichen Beziehung steht. Dieser Kontext erscheint im unten erwähnten Gemälde allerdings stark gelockert.
Nach Grote 1938, Abb. 173, ist hier eine Partie vor der Porta S. Paolo dargestellt. Die durch einen Papierflecken in die Landschaft rechts vorne hinein montierte prächtige Rückenfigur eines mittelalterlichen Reiters zeichnete Julius Schnorr von Carolsfeld für seinen Freund Olivier in Rom zwischen April und Anfang Juni 1822, als die beiden Künstler dann gemeinsam zu einem Sommeraufenthalt nach Ariccia übersiedelten. Schnorr arbeitete damals gerade vor allem an seinen Ariost-Fresken im Casino Massimo, an deren Bildwelt er hier offenbar spontan anschloss. Die Komposition diente Olivier dann als Entwurf für ein noch in Rom fertiggestelltes gleichnamiges Gemälde, heute im Besitz des Museums der bildenden Künste Leipzig (Winkler 1979, Nr. 98). Dabei tauschte er allerdings die Rüstung des Reiters gegen eine neutrale Bauerntracht. Die weibliche Staffagefigur wurde auf dieselbe Ebene vorgerückt und dafür das stark kontemplativ stilisierte Motiv einer rastenden Landfrau mit Kind und zwei Schafen gewählt.
Nach Grote 1938, Abb. 173, ist hier eine Partie vor der Porta S. Paolo dargestellt. Die durch einen Papierflecken in die Landschaft rechts vorne hinein montierte prächtige Rückenfigur eines mittelalterlichen Reiters zeichnete Julius Schnorr von Carolsfeld für seinen Freund Olivier in Rom zwischen April und Anfang Juni 1822, als die beiden Künstler dann gemeinsam zu einem Sommeraufenthalt nach Ariccia übersiedelten. Schnorr arbeitete damals gerade vor allem an seinen Ariost-Fresken im Casino Massimo, an deren Bildwelt er hier offenbar spontan anschloss. Die Komposition diente Olivier dann als Entwurf für ein noch in Rom fertiggestelltes gleichnamiges Gemälde, heute im Besitz des Museums der bildenden Künste Leipzig (Winkler 1979, Nr. 98). Dabei tauschte er allerdings die Rüstung des Reiters gegen eine neutrale Bauerntracht. Die weibliche Staffagefigur wurde auf dieselbe Ebene vorgerückt und dafür das stark kontemplativ stilisierte Motiv einer rastenden Landfrau mit Kind und zwei Schafen gewählt.
Skizzenbuch mit 39 paginierten Seiten, zum Teil recto und verso bezeichnet. Die Seiten 8r, 36 und 37 sind Leerseiten. Technik: Bleistift, zum Teil laviert oder aquarelliert.
Aufgrund einer Inkohärenz in der Abfolge von Friedrich Oliviers eigenhändigen Datierungen in diesem Skizzenbuch (vgl. p. 29-33 (Inv. 25885/29 - Inv. 25885/33] - die offenbar zusammengehörigen Zeichnungen von Arriccia und Castel Gandolfo, die Dienstag 20. August 1822, Donnerstag, 22. August [1822] und Freitag 24. [sic!] August [1822?] datiert erscheinen) wurden auch die anderen Zeitangaben anhand des immerwährenden Kalenders von Michael Fasen, Berlin, (www.adoption.de/kalender.htm) überprüft. Es ergaben sich zusätzlich mehrere Abweichungen, wodurch zu den fraglichen Angaben alternative Tage gestellt werden müssen. Oliviers zum Teil auf Wochenname, Tag und Monat reduzierte Datierungen wurden zugleich um eine jeweils passende Jahreszahl ergänzt, die dann allerdings auch mit entsprechendem Vorbehalt anzunehmen ist.
Zur vorliegenden Seite: Der 27. Oktober war 1820 ein Freitag, 1821 war der 27. Oktober ein Samstag.
Aufgrund einer Inkohärenz in der Abfolge von Friedrich Oliviers eigenhändigen Datierungen in diesem Skizzenbuch (vgl. p. 29-33 (Inv. 25885/29 - Inv. 25885/33] - die offenbar zusammengehörigen Zeichnungen von Arriccia und Castel Gandolfo, die Dienstag 20. August 1822, Donnerstag, 22. August [1822] und Freitag 24. [sic!] August [1822?] datiert erscheinen) wurden auch die anderen Zeitangaben anhand des immerwährenden Kalenders von Michael Fasen, Berlin, (www.adoption.de/kalender.htm) überprüft. Es ergaben sich zusätzlich mehrere Abweichungen, wodurch zu den fraglichen Angaben alternative Tage gestellt werden müssen. Oliviers zum Teil auf Wochenname, Tag und Monat reduzierte Datierungen wurden zugleich um eine jeweils passende Jahreszahl ergänzt, die dann allerdings auch mit entsprechendem Vorbehalt anzunehmen ist.
Zur vorliegenden Seite: Der 27. Oktober war 1820 ein Freitag, 1821 war der 27. Oktober ein Samstag.
Künstler:in
Friedrich Olivier
(Dessau 1791 - 1859 Dessau)
Mitarbeiter:in von
Julius Veit Hans Schnorr von Carolsfeld
(Leipzig 1794 - 1872 Dresden)
Date15. April 1822
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesFeder in Graubraun und Braun, laviert, über Bleistift
DimensionsBlatt: 20,8 cm x 28,1 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number25885/22r
Signedl.u. "d. 15t Aprill 1822." (Feder in Graubraun, über Bleist.)
Bibliography
IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/20220/romisches-skizzenbuch-um-90-nach-links-gedreht-landschaftImage RequestLast edited03.10.2018