Blick auf Wien mit der Karlskirche und dem Stephansdom
Ferdinand Olivier
um 1815
Mit anderen (vgl. Inv. 28271, Inv. 28272) wurde das vorliegende Blatt im Kat. C. G. Boerner Nr. 199, Leipzig 1938, S. 29 als "aus dem Besitz des Enkels eines den Oliviers zeitgenössischen deutschen Malers", beschrieben, "der in Wien unter Füger studiert hatte, nach mehrjähriger Abwesenheit 1823 nach Wien zurückkehrte und durch Kunicke mit Olivier bekannt und befreundet wurde. Nach den Familienerinnerungen hat er Olivier diese Blätter abgekauft, um ihm in einer Geldverlegenheit zu helfen, und aus Liebe zu den Orten aus der Umgebung Wiens." Wie auch eine persönliche Information bestätigt, die Wilhelm Koeberlin 1939 anläßlich des Ankaufs dem Direktor der Albertina brieflich mitteilte, muss es sich dabei um Nachkommen von Ferdinand von Lütgendorff handeln. Er war 1823-1824 für eine Zeit aus Prag nach Wien übersiedelt. Lütgendorff kannte den Lithographen und Kunstverleger Adolf Kunike bereits von München her. In Wien lithographierte er für ihn eine Reihe von Künstler- und Dichterbildnissen (vgl. Lütgendorff 1906, S. 55-56).
Die vorliegende Zeichnung stellt wohl primär eine Studie dar, die einen unausgeführten Vordergrundstreifen aufweist und vor allem noch nicht mit inhaltlich kennzeichnenden Staffagefiguren versehen ist. "Der Ausschnitt aus dem Panorama der Innenstadt ist von der Südgrenze des Theresianumgartens, der heutigen Theresianumgasse, gesehen und zeigt rechts die Karlskirche, links die Paulanerkirche und in der Ferne den Stephansdom." (Novotny 1971, a.a.O.)
Ein genauere Diskussion der Datierungsfrage, die durch die alternative Einordung der 1938 bei C. G. Boerner zur Versteigerung gekommenen Wiener Ansichten Ferdinand Oliviers in die Zeit vor der Salzburgreise 1817 (Grote 1938) oder nach dieser Reise (Kat. C. G. Boerner Nr. 199, Leipzig 1938, S. 29) eröffnet wurde, ist auch durch Novotny 1971 nicht erfolgt. Novotny schloss sich allerdings mit dem Argument, die Datierung im Katalog von C. G. Boerner sei nicht hinreichend begründet, mehr oder weniger stillschweigend Grote an. Eine kritische Scheidung der Arbeiten vor und nach dem Salzburgaufenthalt innerhalb der ganzen Gruppe von Oliviers Ansichten der Wiener Vorstädte und dörflichen Umgebungen steht trotzdem noch aus. Besondere biographische Anlässe erhöhten Interesses des Künstlers für bestimmte Standpunkte dürften dabei 1814 die erste Wohnungnahme auf der Wieden (heutiger vierter Wiener Bezirk) im Carolyschen Garten und 1823 der Umzug nach Mödling im Süden Wiens gewesen sein. Die letzten Jahre vor ihrem Abgang nach München 1830 wohnten die Oliviers noch einmal auf der Wieden im Neumannschen Haus bei der Paulanerkirche.
Die vorliegende Zeichnung stellt wohl primär eine Studie dar, die einen unausgeführten Vordergrundstreifen aufweist und vor allem noch nicht mit inhaltlich kennzeichnenden Staffagefiguren versehen ist. "Der Ausschnitt aus dem Panorama der Innenstadt ist von der Südgrenze des Theresianumgartens, der heutigen Theresianumgasse, gesehen und zeigt rechts die Karlskirche, links die Paulanerkirche und in der Ferne den Stephansdom." (Novotny 1971, a.a.O.)
Ein genauere Diskussion der Datierungsfrage, die durch die alternative Einordung der 1938 bei C. G. Boerner zur Versteigerung gekommenen Wiener Ansichten Ferdinand Oliviers in die Zeit vor der Salzburgreise 1817 (Grote 1938) oder nach dieser Reise (Kat. C. G. Boerner Nr. 199, Leipzig 1938, S. 29) eröffnet wurde, ist auch durch Novotny 1971 nicht erfolgt. Novotny schloss sich allerdings mit dem Argument, die Datierung im Katalog von C. G. Boerner sei nicht hinreichend begründet, mehr oder weniger stillschweigend Grote an. Eine kritische Scheidung der Arbeiten vor und nach dem Salzburgaufenthalt innerhalb der ganzen Gruppe von Oliviers Ansichten der Wiener Vorstädte und dörflichen Umgebungen steht trotzdem noch aus. Besondere biographische Anlässe erhöhten Interesses des Künstlers für bestimmte Standpunkte dürften dabei 1814 die erste Wohnungnahme auf der Wieden (heutiger vierter Wiener Bezirk) im Carolyschen Garten und 1823 der Umzug nach Mödling im Süden Wiens gewesen sein. Die letzten Jahre vor ihrem Abgang nach München 1830 wohnten die Oliviers noch einmal auf der Wieden im Neumannschen Haus bei der Paulanerkirche.
Künstler:in
Ferdinand Olivier
(Dessau 1785 - 1841 München)
Dateum 1815
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesBleistift, gewischt, Feder in Schwarz, auf blauem Papier, am oberen Rand Bleistifteinfassunglinie
Dimensions7,6 x 23 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number28183r
Inscribedl.u. Inv. Nr.
Bibliography
IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/20536/blick-auf-wien-mit-der-karlskirche-und-dem-stephansdomImage RequestLast edited31.01.2019