Emil Nolde, Landschaft mit Kornfeld und Wasser, Inv. Nr.: 31145
Landschaft mit Kornfeld und Wasser
Emil Nolde, Landschaft mit Kornfeld und Wasser, Inv. Nr.: 31145
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien Copyright: © Nolde Stiftung Seebüll

Landschaft mit Kornfeld und Wasser

Emil Nolde

um 1926 [?]




Emil Nolde zählt zu den ersten Künstlern, die im frühen 20. Jahrhundert die Aquarellmalerei wiederentdeckten. Er erzielte in diesem Medium, das seiner Vorliebe für rasches Arbeiten am meisten entsprach, einzigartige koloristische Effekte. Oft fand er seine Motive in der flachen Marschlandschaft seiner Heimat Schleswig-Holstein. Die Landschaft wird wesentlich von der Farbe als zentralem Ausdrucksmittel bestimmt, die häufig in komplementären Kontrasten eingesetzt ist – so wie die gelben Ähren neben dem blauen Wasser oder das rote Haus im grünen Feld. Das Einbeziehen des kontrollierten Zufalls Nass-in-Nass aufgetragener Farbverläufe erzeugt wie in der Abendlandschaft mit Wolken reizvolle Farbharmonien. Die Radikalität und Intensität, mit der Nolde die Farbe in seinen Arbeiten expressiv eingesetzt und die geschaute Landschaft spontan und höchst unmittelbar zu Papier gebracht hat, ist völlig neu und ein Bruch mit den Konventionen des feinen, zarten Mediums Aquarell.



Künstler:in (Nolde (Schleswig) 1867 - 1956 Seebüll)
Dateum 1926 [?]
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesTuschpinsel, Aquarell und Gouache auf Japanpapier
Dimensions34,3 × 48,6 cm
Rahmenaußenmaß 55,7 × 68,9 × 3,5 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number31145
Signedr.u. mit Feder in Schwarz "Nolde."
MarkingsVerso, r.o.: B. Moser (violetter Stempel, Lugt 1828a), und zweiter unleserlicher Rundstempel; l.o. "...0...1942" (Datumsstempel?), mit grüner Deckfarbe übermalt (wohl nicht eigenhändig)
Text

Die Aquarelle eines der bedeutendsten Maler der frühen deutschen Moderne sind sehr oft nicht mit Sicherheit zu datieren. Das vorliegende Blatt ist wohl als Variante von sowohl aquarellierten wie auch lithografierten Ansichten eines Bauernhofes in der schleswig-holsteinischen Marchlandschaft aus der Mitte der 20er-Jahre zu sehen (vgl. Inv. DL88). Rechts unten im Vordergrund trägt es mit den in leuchtendem Gelb übergangenen Ähren ein Merkmal, dessen pastose, kreidige Wirkung bei manchen von Noldes späteren Aquarellen der 30er-Jahre oder der "ungemalten Bilder" aus der Zeit seines Berufsverbots von 1938 bis 1945 ähnlich auffällig ist (vgl. AK Wolfsburg 1991, Abb. 88, 90, 93, 103-105, 111, 114, 118). Die Betonung der dunklen Grenzlinien zwischen den Farbfeldern, die den Wasserkanal, das Feld, Himmel und Häuser formen, ist aber eher für die erwähnten Ansichten der 20er-Jahre charakteristisch, in denen das gleiche Motiv seines Hauses oder das seines Nachbarn und der Windmühle aus verschiedenen Perspektiven behandelt wird (M. Mautner Markhof in: AK Albertina 1998, S. 96).

Marietta Mautner Markhof, in: Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Die großen Meister der Albertina (Kat. Best., Albertina, Wien 2008), Petersberg 2008, Nr. 226.

Bibliography
  • Expressionismus - Aus der Sammlung Sofie und Emmanuel Fohn, neuerwerbungen der österreichischen Ludwigstiftung für die Albertina, Kat. Albertina Wien 1998, p. 96 (M.Mautner Markhof zur Datierung eines ähnlichen Blattes)
  • Expressiv! Die Künstler der Brücke - Die Sammlung Hermann Gerlinger, Kat. Albertina Wien 2007 Nr.210, pp 314-315 (M. Mautner Markhof)
  • Monet bis Picasso, Die Sammlung Batliner, Kat. Albertina Wien 2007, Nr. 144, Abb. p.223
  • Die großen Meister der Albertina, Kat. Albertina Wien 2008, Nr. 226 pp.549-551 (M. Mautner Markhof)
  • Albertina: Schiele bis Giaccometti , hrsg. von Klaus Albrecht Schröder, Bad Vöslau: Grasl Druck & Neue Medien 2003, Abb.67

  • IIIF Logo IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/21229/landschaft-mit-kornfeld-und-wasserImage Request
    Last edited31.03.2025