Porträt eines Mannes (Jean-Baptiste Colbert ?)
Wallerand Vaillant
1648
Die Datierung mit 1648 rechts oben spricht für ein Frühwerk Vaillants. Das Cahier nennt eine Herkunft des Blattes aus der Sammlung Gottfried Win[c]klers, dessen Nachweis in Weigels Nachlaßkatalog (Nr 49-51) von 1815 aufgrund der dort ungenauen Angaben nur mit Vorbehalt anzunehmen ist. Möglicherweise hat Herzog Albert die Zeichnung noch zu Lebzeiten Win[c]klers aus dessen Sammlung erworben. Aufgrund eines Vergleichs des vorliegenden Pastells mit einem 1663 von Claude Lefebvre ausgeführten Porträtgemälde (heute in Versailles; siehe die Abbildung u. a. in Mérot
1994, p. 192) glauben wir, das vorliegende Porträt mit Jean-Baptiste Colbert (1619-1683) identifizieren zu können. Dieser war ab 1658 marquis de Seignelay und ab 1661 surintendant des finances, später auch der königlichen Bauwerke, der Schönen Künste und des Marinewesens. Durch grundlegende administrative, wirtschaftliche und finanzielle Reformen legte er den Grundstein für eine erfolgreiche Außen-und Kolonialpolitik, die nicht zuletzt auch durch eine Reform der Seestreitkräfte begünstigt wurde.
Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Heinz Widauer (Bearb.), Die französischen Zeichnungen der Albertina. Vom Barock bis zum beginnenden Rokoko. Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Albertina, Bd. X, Wien/Köln/Weimar 2004, S. 60, Nr. 485.
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