Martyrium des heiligen Andreas
Jean Jouvenet
nach 1690
Die Albertina-Zeichnung besaß eine alte Zuschreibung an Charles Le Brun. Schnapper hat die traditionelle Attribution korrigiert und das Blatt mehrmals publiziert. Demnach wird die Zeichnung im Zusammenhang mit der einzigen von Jouvenet ausgeführten Version dieses Themas, dem heute verlorenen Altarbild für die Pariser Kirche Saint-Roch, zusammengesehen und kurz nach 1690 datiert (siehe Schnapper 1974 [1],pp. 193/194, Nr. 46) Die feine, mit der Feder ausgeführte Umrißhaftigkeit in den Figuren und Gegenständen und die graue Pinsellavierung mit Deckweißhöhungen sind charakteristisch für Jouvenets Spätstil; man vergleiche das vorliegende Blatt z. B. mit den ebenfalls in der Albertina aufbewahrten und präzise mit 1694 datierbaren Vorzeichnungen Jouvenets zu seinen Marouflagen im Palais de justice in Rennes (Inv. 11791, Inv. 11792).
Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Heinz Widauer (Bearb.), Die französischen Zeichnungen der Albertina. Vom Barock bis zum beginnenden Rokoko. Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Albertina, Bd. X, Wien/Köln/Weimar 2004, S. 152, Nr. 829.
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