Neptun auf seinem Rossgespann erhält von Amor die Krone (Quos ego)
Jean Baptiste Corneille
um 1675?
Das Blatt ist stilistisch mit einer traditionell Michel Corneille zugeschriebenen Zeichnung (Inv. 11783) verwandt, die wir aber seinem Bruder Jean-Baptiste zuschreiben. Daher stimmen wir der traditionellen Bestimmung dieses Blattes zu. Obwohl der Raster auf eine Vergrößerung des Blattes als Gemälde oder Stich hinweist, ist uns kein nach dieser Zeichnung ausgeführtes Werk Corneilles bekannt. In der Hintergrundlandschaft vermeinen wir Anklänge an Zeichnungen Michel Corneilles des Jüngeren im Zusammenhang mit Jabachs "Receuil ... " zu verspüren, an dem auch Jean-Baptiste, vermutlich von seinem Bruder empfohlen (Picart 1987, p. 139), nach seiner Rückkehr aus Rom ab 1675 mitwirkte. Die besonders in der Figur des Neptun erkennbare strenge Linearität der Zeichnung ließ uns ursprünglich an der traditionellen Zuschreibung etwas zweifeln; letztlich geben wir aber unsere Zustimmung aufgrund der charakteristischen expressiven Strichführung, die v. a. in den Rossen sichtbar wird.
Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Heinz Widauer (Bearb.), Die französischen Zeichnungen der Albertina. Vom Barock bis zum beginnenden Rokoko. Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Albertina, Bd. X, Wien/Köln/Weimar 2004, S. 150, Nr. 824.
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