Liegender Knabe mit Stundenglas
Gabriel Huquier
6,3 x 7,8 cm (blaues Untersatzpapier)
Obwohl das Blatt in Metz 1937 (p. 75, Nr. 223) noch unter den "dessins sans doute non gravés" von Sebastien Leclerc vermerkt ist, steht nach Veröffentlichung eines identen Blattes von Bjurström (1976, Nr. 518) im Schwedischen Nationalmuseum in Stockholm (Inv.Nr. NM 28/1952) zweifelsfrei fest, daß die vorliegende Zeichnung der Albertina eine Nachzeichnung Gabriel Huquiers darstellt. Jombert (1774, pp. 2/3, Anm. 2) erwähnt zwei Zeichnungen nach einem Kupferstich von Bartholomäus Beham (Bartsch 28). Beide Zeichnungen geben nur den linken oberen Anteil mit einem neben einem Stundenglas schlafenden Knaben aus Behams Kupferstich, einer Allegorie der Vergänglichkeit, wieder. Die in Stockholm aufbewahrte Original-Zeichnung von Leclerc trägt die Bezeichnung ,,S. le Clerc" und "à 8 ans" und ist die Vorzeichnung zu einer seiner Radierungen (Jombert 27. 9). Huquier erwarb sie von Leclercs Sohn, dem Abbe Laurent Leclerc, und verkaufte sie an Jombert weiter. Offenbar hat Huquier das Blatt kopiert, als es sich in seinem Besitz befand (während seines Aufenthalts in Orléans, als er seinen Sohn besuchte; siehe Bjurstöm 1976, Nr. 518), und es möglicherweise selbst mit "S le Clerc fecit anno aetatis suae 8°" bezeichnet. Die Nachzeichnung Huquiers gelangte offenbar über Dezallier d'Argenville in die Sammlung der Madame de Bandeville und von dort über Moriz von Fries und die Kaiserliche Hofbibliothek in die Albertina.
Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Heinz Widauer (Bearb.), Die französischen Zeichnungen der Albertina. Vom Barock bis zum beginnenden Rokoko. Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Albertina, Bd. X, Wien/Köln/Weimar 2004, S. 253, Nr. 1156.
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