Selbstporträt des Künstlers in einem Degenkampf
Raymond Lafage
um 1679
Passepartoutausschnitt: 23,2 x 27 cm
Die auf die kaiserliche Hofbibliothek zurückgehende Provenienz dieses Skizzenblattes wurde im Cahier vermerkt („Drei Sternchen", vgl. Dossi 1998, p. 57). Das Sujet auf der Vorderseite konnten wir nicht identifizieren: In der Mitte möglicherweise Jupiter mit dem Pfau, umgeben von Kriegern, die einen Tempel ([?] der Juno) plündern. Auf der Rückseite hat sich der Künstler offenbar, wie die vermutlich eigenhändige Bezeichnung "la portrait de M. La Fage" dies andeutet, selbst karikierend dargestellt. Die Ähnlichkeit mit einem weiteren Selbstporträt Lafages, "Der Zeichner vor römischen Ruinen" im Louvre (Inv.Nr. 27374, GM 5409), und das überlieferte bohemienhafte Leben des Künstlers in Rom (siehe Whitman 1963, pp. 7/8 mit Bezug auf Berichte von Mariette, Nicolas Pio und des deutschen Malers J.H.W. Tischbein, der, folgt man seiner Autobiographie "Aus meinem Leben", um 1780 die ehemalige Unterkunft Lafages in Rom bezog), dessen derbe Frivolität auf der Zeichnung zum Ausdruck kommt, lassen auf eine Ausführung der Zeichnung in Rom schließen und legen eine Datierung um 1679 nahe.
Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Heinz Widauer (Bearb.), Die französischen Zeichnungen der Albertina. Vom Barock bis zum beginnenden Rokoko. Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Albertina, Bd. X, Wien/Köln/Weimar 2004, S. 177, Nr. 925v.
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