Nero vor der Leiche seiner Mutter Agrippina
Anonym
Zu den Blättern nach Raymond Lafage generell siehe den Eintrag bei Inv. 11877.
Zum Blatt:Die Zeichnung wurde nicht, wie Mesuret (1962, Nr. 554) irrtümlich feststellte, aus der Sammlung de Ligne erworben, sondern gelangte vermutlich 1796 durch Tausch aus der Kaiserlichen Hofbibliothek in die Sammlung Herzog Alberts. Traditionell Raymond Lafage zugeschrieben und als dessen Bilderfindung von Adam v. Bartsch 1783 in Darstellungsrichtung radiert, steht das vorliegende Blatt unserer Einschätzung nach in der reinen Umrißhaftigkeit eher einer Zeichnung des Antoine Rivalz im Musée Dupuy (Inv.Nr. 81-3-371; siehe Toulouse 1992, p. 149, Nr. 112) nahe und bereitet möglicherweise eine Radierung vor. Das traditionell als "Erasmusmartyrium" geführte Blatt hat eigentlich die bei Tacitus (Annales XIV) und Sueton (Nero, 34) berichtete Begebenheit des Todes der Agrippina zum Gegenstand.
Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Heinz Widauer (Bearb.), Die französischen Zeichnungen der Albertina. Vom Barock bis zum beginnenden Rokoko. Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Albertina, Bd. X, Wien/Köln/Weimar 2004, S. 188, Nr. 960.
IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/22385/nero-vor-der-leiche-seiner-mutter-agrippinaImage Request