Der Parnass
Anonym
Wickhoff las die Initialen als diejenigen Pierre-Jean Mariettes und identifizierte die Zeichnung mit Basan 1775, Nr. 628. Dort sind ein "Parnaß" und weitere Rötelzeichnungen dokumentiert. Die Provenienz aus der Familie Mariette wird auch von Franvoise Viatte (Brief 3. Mai 1993) abgelehnt. Die Provenienz Martini wird durch alte Inventarvermerke tradiert; die Paraphe PM. kann nicht ohne Vorbehalt mit Pietro Martinis Schriftzügen (L.Suppl. I799a) verglichen werden. Die von Popham/ Wilde 1949, Nr. 51 erwähnte "elaborate paraphe" auf der Rs. des Blattes in Windsor lnv. Nr. 0737 ist ebenfalls nicht vergleichbar. Die im Cahier tradierte Provenienz Nourri ist nach Labbé im Aukt.Kat. Nourri 1785 nicht nachvollziehbar. Die Zeichnung ist möglicherweise eine Kopie nach dem Entwurf Nicolo dell'Abates im Louvre (Inv. 5855) für den "Parnaß" im Ballsaal von Fontainebleau. Nicolo dell'Abate vollendete das Fresko 1556. Nach Vasari konnte er auf vorbereitende Studien Francesco Primaticcios zurückgreifen. Eine Zeichnung im British Museum (Inv. 1900-6-11-4) spricht dafür. Repliken ehemals in der Sammlung ArmandValton in Paris, heute in der Ecole des Beaux-Arts in Paris (Inv. 1; AK. Paris 1969, Nr. 58; Brugerolles 1984, Nr. 3), in Windsor (Inv. 0737; PophamlWilde 1949, Nr. 51) und in St. Petersburg (Dimier 1900, p. 417). 1569 stach E. Delaune das Sujet.
zitiert aus: Veronika Birke, Janine Kertész, Die italienischen Zeichnungen der Albertina. Generalverzeichnis, II, Wien/Köln/Weimar 1994, S. 1032, Nr. 1968.
