Studienblatt. (Stehender Männerakt nach links, im linken Arm einen Dreizack; zwei auf dem Boden sitzende, schlafende Aktfiguren; rechts oben Halbfigur eines sich vorbeugenden Mannes im Mantel; dahinter ein Kopf)
Baccio Bandinelli
Möglicherweise im Zusammenhang mit dem Auftrag für ein Monument ,,Andrea Doria als Neptun" entstanden. Admiral Andrea Doria wurde am 7. Oktober 1528 zum pater patriae der Republik Genua ausgerufen und der Auftrag für ein Bronzemonument vergeben, das im Palazzo della Repubblica aufgestellt werden sollte. 1537/38 wurde die Arbeit abgebrochen, die unfertige Statue später auf der Piazza deI Duomo in Carrara (M. G. Ciardi Dupre, Per la cronologia dei disegni di Baccio Bandinelli fino al 1540", in: Commentari XVII, 1966, p. 158, Anm. 38, Fig. 19; D. Heikamp, In margine alla "Vita di Baccio Bandinelli" deI Vasari, in: Paragone 191, 1966, p. 56, Taf. 41; E. Parma Armani, Il Palazzo deI Principe Andrea Doria a Fassola in Genua, in: L'Arte 10, Indici 1970, p. 37) aufgestellt. Heikamp betrachtete die Zeichnung des British Museum (lnv. Nr. 1895-9-15-533; Heikamp 1966, p. 54, Fig. 37; A.K. Cambridge 1988, Nr. 29) als einen frühen Entwurf für die Statue des Andrea Doria. Weitere Studien Bandinellis für die Figur des Andrea Doria in der Albertina (lnv. 298) und im Louvre (Inv. Nr. 122; Ciardi Dupre 1966, p. 158, Fig. 18). Die Haltung der zentralen Figur des Wiener Blattes variierte Bandinelli leicht für die Figur des Andrea Doria in römischer Toga auf einem Entwurf für ein Seitenrelief am Sockel des Monumentes, der auf einer Schülerzeichnung im Louvre (Inv. Nr. 89; Heikamp 1966, Taf. 40a) überliefert ist. Eine Kopfstudie in diesem Zusammenhang in Windsor (lnv. Nr. 416; Popham/Wilde 1949, p. 189, Nr. 81). Entwürfe für den Sockel des Andrea Doria Monumentes sind im Großen Talman Album des Ashmolean Museum in Oxford (fol. 90; Parker 1956, Nr. 85 und p. 553; Ciardi Dupre 1966, p. 158, Fig. 17; H. Macandrew, Ashmolean Museum Oxford. Catalogue of the Collection of Drawings III, Supplement, Oxford 1980, p. 252, Nr. 85) und im Louvre (lnv. Nr. 86; Heikamp 1966, 191, p. 55, Anm. 7, Taf. 38) erhalten.
zitiert aus: Veronika Birke, Janine Kertész, Die italienischen Zeichnungen der Albertina. Generalverzeichnis, II, Wien/Köln/Weimar 1994, S. 1067, Nr. 2026.
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