Männlicher Akt, in der gesenkten Rechten ein Gefäß, die Linke nach rechts vorgestreckt
Agostino Carracci
um 1600-02
Montagekarton (historisch): 42,3 × 54,7 cm
Stilistisch zählen diese und die folgende Zeichnung zu Agostinos späten Arbeiten in Parma (1600-1602). Die Aktfigur ähnelt dem Tritonen eines verlorenen Gemäldes Annibales "Europa auf dem Stier". Das Sujet wurde mehrfach kopiert und von unbekannter Hand sowie von Mauro Oddi radiert (BXXl, p. 213, Nr. 2). Einem Inventarhinweis von 1653 zufolge befand sich ein entsprechendes Gemälde im Palazzo Farnese in Parma (L. Salerno, The Early Work of Giovanni Lanfranco, in: Burlington Magazine XCIv, 1952, 592, p. 191, Anm. 9), wo es als Annibale beschrieben war. Zwei Gemäldewiederholungen, die mit Agostino in Zusammenhang gebracht werden, sind bekannt, eine in einer Privatsammlung in Rom (van Tuyll 1988, p. 52, Fig. 6) und eine zweite in einer Privatsammlung in London (Aukt.Kat. Christie's, London 22. April 1966, Lot 162; van Tuyll 1988, p. 53, Fig. 7). Die vorliegenden Zeichnungen unterstreichen - im Vergleich zu Annibales Studien - den Zusammenhang mit Agostino.
zitiert aus: Veronika Birke, Janine Kertész, Die italienischen Zeichnungen der Albertina. Generalverzeichnis, II, Wien/Köln/Weimar 1994, S. 1139, Nr. 2174.
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