Die Madonna di Loreto, von Engeln umgeben, erscheint den Seelen im Fegefeuer
Giovanni Francesco Barbieri gen. il Guercino
Die Provenienz Bianconi ist vielleicht auf der Rs. der montierten Zeichnung dokumentiert. Hier wurde sie wie bei Inv. 2068 von der zeitgenössischen Hand Herzog Alberts auf die Rs. des Kartons übertragen. Möglicherweise gleichzeitig mit dem vorliegenden Blatt entstand eine analoge Darstellung in der National Gallery in Ottawa (lnv. Nr. 6837; A.K. Ottawa 1982, Nr. 53; Stone, Master Draftsman 1991, Nr. 6). Ein entsprechendes Gemälde Guercinos ist nicht bekannt. In der Zeichnung in Ottawa ist die lässige Haltung des in den Flammen sitzenden Jünglings im Hinblick auf die Situation der Seelen im Fegefeuer dramatisiert und auch überzeugender gestaltet. Eine Aktstudie, in der Haltung verwandt mit der sitzenden Rückenfigur links vorne, befindet sich in der National Gallery in Washington (lnv. Nr. Ailsa Mellon Bruce Fund 1973.30.1; Stone, Master Draftsman 1991, Nr. 64).
Das bekannte Gnadenbild der "Madonna von Loreto" ist links auf einem Gemälde Guercinos von 1618 in der Pinacoteca von Cento (F. Gozzi, La Pinacoteca Civica di Cento, Bologna 1987, Nr. 57) Gegenstand der Verehrung der Heiligen Bernhard von Siena und Franz von Assisi. Das Gemälde in Cento auf einer Kreidekopie in der Albertina (lnv. 13224). Die Madonna von Loreto ist Motiv eines Stiches von G. B. Pasqualini (1628) (Bagni 1988, p. 70, Nr. 101).
zitiert aus: Veronika Birke, Janine Kertész, Die italienischen Zeichnungen der Albertina. Generalverzeichnis, II, Wien/Köln/Weimar 1994, S. 1229, Nr. 2349.
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