Maria mit dem Kind. (Rechts wird unter dem Vorhang eine Gestalt (der Johannesknabe ?) sichtbar, die die Hand des Kindes zu küssen scheint)
Anonym
C. Ricci brachte diese Zeichnung und die Kopie im Louvre (Inv. Nr. 5913; C. Ricci, Correggio, Rom 1929, Taf. CCLXXIIb; Popham 1957, A 96) in Zusammenhang mit einer analogen Darstellung, die die heilige Familie und die mystische Vermählung der heiligen Katharina zeigt und sich ehemals in den Kunstsammlungen in Weimar, später in der Sammlung Franz Koenigs in Rotterdam befand (Inv. 1.29; Popham 1957, A 113) und die gegenwärtig im Puschkin Museum in Moskau aufbewahrt wird. Popham schrieb diese Kompositionsstudie dem Bernardino Gatti zu und schloss die Albertina-Zeichnung aus dem Kreis der eigenhändigen Werke aus. Die Frage der Zuschreibung blieb bislang unbeantwortet. Die Beurteilung der Zeichnung wird durch die nicht unerheblichen Ergänzungen erschwert. Dennoch zeigt sich in der Auseinandersetzung mit Correggio eine künstlerische Eigenständigkeit und eine Plastizität des Körpers, die ein Studium nach der Natur erfordert. Es erhebt sich die Frage, ob es sich nicht um eine Zeichnung des jungen Annibale Carracci handeln könnte, der sich eingehend mit dem Vorbild Correggio beschäftigt hat (vgl. A.K. Parma/Washington 1984, p. 389ff, sowie die Albertina-Zeichnungen Inv. 2610 und Inv. 17753).
zitiert aus: Veronika Birke, Janine Kertész, Die italienischen Zeichnungen der Albertina. Generalverzeichnis, III, Wien/Köln/Weimar 1995, S. 1460, Nr. 2597.
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