Antonio Pisano, gen. Pisanello, Studienblatt. Gekrönte Märtyrerin mit Palme und Buch, Kinderkop…
Studienblatt. Gekrönte Märtyrerin mit Palme und Buch, Kinderkopf in Umrisslinien
Antonio Pisano, gen. Pisanello, Studienblatt. Gekrönte Märtyrerin mit Palme und Buch, Kinderkopf in Umrisslinien, Inv. Nr.: 4834r
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Studienblatt. Gekrönte Märtyrerin mit Palme und Buch, Kinderkopf in Umrisslinien

Antonio Pisano, gen. Pisanello

Erste Hälfte 15. Jahrhundert




Künstler:in (Pisa 1395 - 1455 Rom)
DateErste Hälfte 15. Jahrhundert
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesFeder auf rötlich grundiertem Papier
Dimensions24,5 x 16,9 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number4834r
Inscribedl.u. "Simone Sanese" (unter der Zeichnung später als die Pseudo-Signatur der verso); darunter "52"; l.u. "27." (auf dem Streifen); verso: r.u. "Simone Sanese / MCCVXXX" (Pseudo-Signatur des "Römischen Musterbuches")
Markingsl.u. Moriz von Fries (Lugt 2903); M.u. Herzog Albert von Sachsen-Teschen (Lugt 174) (auf dem angesetzten Streifen); r.u. Marquis de Lagoy (Lugt 1710)
Text

Bernhard Degenhart und Annegrit Schmitt haben sich für eine Zuschreibung der Vs. und der Rs. an Pisanello ausgesprochen. Die Vs. hängt in der Kombination einer detailliert durchgezeichneten Gestalt mit den Umrisslinien eines Engelskopfes eng mit einer Zeichnung PisaneIlos ehemals in der Sammlung Jacques Bacri in Paris (Fossi Todorow 1966, Nr. 215; Degenhart, Schmitt et al. 1995, p. 26, Abb. 14) zusammen, in der die Madonna aus dem Gemälde Michelino da Besozzos der "Vermählung Mariä" im Metropolitan Museum in New York (lnv. Nr. 43.98.7; Degenhart, Schmitt et al. 1995, p. 26, Abb. 13) kopiert ist. Dieser Figur fügte Pisanello, wie in 1670 4834 Rückseite der Wiener Zeichnung, etwa zwanzig Jahre später in hellerer Tinte die Umrisslinien eines Engelskopfes hinzu, der motivisch auf Fra Filippo Lippis Barbadori-Altar (1437) des Louvre zurückgeht (Inv. Nr. 339; L. Gowing, Die Gemäldesammlung des Louvre, Köln 1988, p. 90; J. Ruda, Fra Filippo Lippi, London 1993, p. 101f. und p. 392, Nr. 20). Auch die Rs. der Bacri-Zeichnung trägt einen, allerdings weiter ausgeführten Engelskopf (Fossi-Todorow 1966, Nr. 215), der als Studie Pisanellos nach dem Barbadori-Altar gilt. Im Louvre befindet sich ebenfalls eine weitere Studie Pisanellos gleichen Sujets (Inv. Nr. 2508; Fossi Todorow 1966, Nr. 219). Auch die Hunde der Rs. der Wiener Zeichnung scheinen nach Degenhart und Schmitt nachträglich entstanden zu sein. Sowohl die Zeichnung der Sammlung Bacri als das Blatt der Albertina tragen von einer Hand des 16. Jahrhunderts die gleiche Aufschrift "Simone Sanese" (gemeint war Simone Martini) und in einer Feder des 18. Jahrhunderts die Nummern, „27“ (Wien) und ,,28" (Bacri). In der Albertina-Studie füllt die Umrisszeichnung des Kopfes - im Gegensatz zur Bacri-Zeichnung - die rechte Bildhälfte. Die Figur einer Märtyrerin wird mit einem verlorenen Gemälde Michelinos in Zusammenhang gebracht (Degenhart, Schmitt et al. 1995, p. 277, Anm. 21). B. Degenhart und A. Schmitt sehen in Pisanellos Zeichnungen nach Kompositionsmotiven Michelinos Dokumente von Pisanellos künstlerischer Entwicklung des zweiten Jahrzehnts des 15. Jahrhunderts, die seine frühe Tätigkeit erschließen.

zitiert aus: Veronika Birke, Janine Kertész, Die italienischen Zeichnungen der Albertina. Generalverzeichnis, III, Wien/Köln/Weimar 1995, S. 1669, Nr. 4834.

Catalogue raisonné
  • Wickhoff 1892, SR 13
  • Stix 1926, 8
  • Birke/Kertész III
  • Bibliography
  • AK Verona 1958, Nr. 38, Taf. XXV
  • Degenhart/Schmitt 1960, Anm. 30, S. 137, Anm. 31, S. 138, Abb. 39
  • Fossi Todorow 1966, Nr. 258
  • Degenhart/Schmitt 1968, 1-2, S. 640, Anm. 7, 641, 643
  • Sellin 1969, S. 164, Abb. 111
  • Birke 1991, S. 17, Abb. 4
  • B. Degenhart, A. Schmitt et al., Pisanello und Bono da Ferrara, München 1995, S. 26, 277, Anm. 21
  • AK Pisanello. Le peintre aux sept vertus (bearb. v. D. Cordellier et al.), Paris Louvre 1996, S. 316-317, Kommentar zu Nr. 204
  • Historical Attributions
  • Martini, Simone (traditionell)
  • Schule von Siena, zweite Hälfte des 14. Jahrhunderts und erste Hälfte des 15. Jahrhunderts (Kopf) (Wickhoff)
  • Schule von Verona, erste Hälfte und Ende des 15. Jahrhunderts (Stix)
  • Verona, Stefano da (Magagnato)
  • Lippi, Filippino und Michelino da Besozzo nach (Vs.) (Degenhart/Schmitt, 1968)
  • Pisanello, Antonio (Rs.) (Degenhart/Schmitt, 1968)
  • Zuschreibung von Sellin, Degenhart/Schmitt, 1995).
  • Provenance
  • Marquis de Lagoy (1764–1829), Aix-en-Provence
  • Moriz von Fries (1777–1826), Wien
  • Herzog Albert von Sachsen-Teschen
  • Online resources
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    Last edited27.01.2026