Francesco Miccinelli, Die Sala della Biga im Museo Pio Clementino, Inv. Nr.: 17490
Die Sala della Biga im Museo Pio Clementino
Francesco Miccinelli, Die Sala della Biga im Museo Pio Clementino, Inv. Nr.: 17490
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Die Sala della Biga im Museo Pio Clementino

Francesco Miccinelli

um 1795




Künstler:in (ca. 1760 - 1827)
Dateum 1795
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesFeder; aquarelliert
Dimensions52,0 x 69,0 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number17490
Markingsl.u. Herzog Albert von Sachsen-Teschen (Lugt 174)
Text

Die unseres Wissens nach bisher unpublizierte Albertina-Serie (Inv. 17471- Inv. 17490) von Ansichten des Museo Pio Clementino im Vatikan (C. Pietrangeli, II Palazzo Apostolico Vaticano, Rom 1992, p. 295ff) wurde von Vincenzo Feoli um 1795 radiert. Die seltene Serie von Radierungen befindet sich u.a. im Istituto Nazionale per la Grafica (hier abgekürzt Calcografia) in Rom (Inv. Nr. 1421/1-24). Aus der Beschriftung der Radierungen sind die Namen der Zeichner der einzelnen Ansichten bekannt und erlauben daher auch eine Korrektur der tradierten Zuschreibungen der Albertina-Blätter. Die Frage der Reihenfolge der Ansichten, die in der Abfolge der Inventarnummern durcheinander geraten ist, lässt sich nicht nur im Sinne eines Rundganges durch die Räume des Museo Pio Clementino, sondern auch durch die Anordnung der gebundenen Serie im Istituto Nazionale in Rom wiederherstellen. Da die Ansichten bestimmt waren, dem Betrachter den Eindruck der Räumlichkeiten zu vermitteln, so, als ob er das Museum besuchte (heute ist dem Besucher im Strom der Touristen eine Einbahnregelung aufgezwungen, die das Erlebnis des Museums einschränkt), sollte im Vestibolo Rotondo, dem alten Eingang, begonnen werden: Inv. 17477: links im Torbogen blickt man in den Cortile Ottagono, den man in der Ansicht Inv. 17471 betritt. Zur Geschichte der Aufstellung der in der linken Nische von Inv. 17471 sichtbaren antiken Laokoon-Gruppe des Cortile Ottagono vgl. den Kommentar zu Inv. 48 (Birke/Kertesz I, p. 27-28). Die Brunnenschale (Inv. 17477) wurde zwar inzwischen entfernt, der Hof nicht unerheblich verändert und vor allem die antiken Statuen umarrangiert, aber der Eindruck des Hofes ist unverkennbar geblieben, wie auch Inv. 17472 und Inv. 17474 vermitteln. Verlässt man den Hof durch das Portal der gegenüberliegenden Seite, betritt man die Sala degli Animali. Links erblickte man damals die antike Skulptur des „Nil" (Inv. 17487), umgeben von verschiedenen kleineren Bildwerken, vor allem Tierdarstellungen, die auch dem Raum den Namen gaben. Rechts war ein ähnliches Arrangement mit der Skulptur des liegenden „Tiber" (Inv. 17488). Im Hintergrund öffnet sich der Raum, der Besucher betritt die (gegenwärtig geschlossene) große Statuengalerie, die in den Radierungen Feolis zur Gänze, in den Zeichnungen von Francesco Costa und Vincenzo Feoli nur teilweise wiedergegeben wird (Inv. 17479- Inv. 17483). Dabei ist zu bemerken, dass der Zeichnung Feolis der perspektivischen Gesamtansicht (Inv. 17479) keine Radierung entspricht. Setzte der Betrachter seinen Weg fort, betrat er von der Statuengalerie aus einen kleineren Raum, das Gabinetto delle Maschere (Inv. 17485), das heute ebenfalls von der Einbahnlösung für den Touristenstrom ausgeschlossen ist. Kehrt er zur Sala degli Animali zurück, öffnet sich von dort der längliche Raum der Sala delle Muse (Inv. 17486, 17484), von wo aus man bereits in die Sala Rotonda blickt (Inv. 17489), die auch durch das Mosaik am Boden eindeutig erkennbar ist. Verlässt man diesen Saal durch den zweiten, links liegenden Ausgang, betritt man die Sala a Croce Greca, die einerseits in der Ansicht der Stiege, die der Betrachter von der Sala Rotonda aus sieht (Inv. 17475), wiedergegeben ist. Andererseits ist sie auf jener Ansicht zu sehen, die sich dem Besucher bietet, der über die Stiege von der Ebene des Cortile del Belvedere hinaufsteigt. Diese nach ihrem Architekten Scala Simonetti genannte Stiege fuhrt den Besucher sodann in den zweiten Stock (Inv. 17476). Dort blickt er in die durch ein Gitter verschlossene Sala della Biga (Inv. 17490) und in die Galleria de‘Vasi e Candelabri (Inv. 17478), durch die der vielbegangene Weg zur Sixtinischen Kapelle fuhrt. Für fünf Ansichten aus der Serie Feolis fehlen in der Albertina die Zeichnungen: (1) Ansicht der rechten Wand der Sala delle Muse (F. Costa/V. Feoli) (Pietrangeli 1985, Fig. 89, Anm. 68.5); (2) Ansicht der linken Schmalseite der großen Statuengalerie mit der antiken Skulptur der „Cleopatra" (F. Miccinelli/V. Feoli) (Pietrangeli 1985, Fig. 85, Anm. 68.13); (3) Ansicht der ersten Hälfte der linken Wand der Statuengalerie (V. Feoli/V. Feoli) (Pietrangeli 1985, Fig. 81, Anm. 68.21); (4) Perspektive der Galleria de'Busti (F. Miccinelli/V. Feoli) (Pietrangeli 1985, Fig. 87, Anm. 68.23); (5) Geometrische Ansicht der Außenseite der Loggia (V. Feoli/V. Feoli) (Pietrangeli 1985, Fig. 88, Anm. 68.24). Die Zeichnungen/Umrissradierungen der Albertina Inv. 17471- Inv. 17490 wurden von Pietrangeli 1985 (1993) nicht berücksichtigt. Nur die irrtümliche Erwähnung, es gäbe eine aquarellierte Radierung Feolis aus dieser Serie in der Albertina (Pietrangeli 1985, p. 98, Anm. 68) legt eine Spur zu diesem Bestand an großformatigen Ansichten. Vgl. auch den Kommentar zu Inv. 17477. Die vorliegende Ansicht wurde auch von Giovanni Volpato nach der Vorzeichnung von Francesco Pannini radiert (Calcografia Inv. 1223/X.IV). Ferner erwähnt Pietrangeli (p. 98, Anm. 68) eine aquarellierte Radierung von Feoli in der Albertina. Bei diesem Blatt handelt es sich um Albertina GSA 40106 (422 x 685 mm), das als Radierung Francesco Panninis verzeichnet ist. Die Ansicht zeigt auch einen andere Aufstellung der antiken Skulpturen, ohne die Laokoon -Gruppe und ohne Säulen vor dem Arkadendurchgang.

zitiert aus: Veronika Birke, Janine Kertész, Die italienischen Zeichnungen der Albertina. Generalverzeichnis, IV, Wien/Köln/Weimar 1997, S. 2155, Nr. 17490.

Catalogue raisonné
  • Birke/Kertész IV
  • Bibliography
  • rad. von V. Feoli (Calcografia Inv. Nr. 1421/24)
  • Pietrangeli 1985, p. 98, Anm. 68.12, Fig. 98.
  • Provenance
  • Herzog Albert von Sachsen-Teschen
  • Online resources
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    Last edited04.09.2013