Studienblatt. In Vorderansicht nach rechts stehende bärtige Gewandfigur mit gescheiteltem Haar; nach links sitzender Dionysos mit einem Putto im Nacken
Anonym
Die sitzende Figur der Vorderseite entspricht dem Typus des Dionysos der Dionysischen Sarkophage, wie etwa jenem im Konservatorenpalast in Rom (Matz 1968, Nr. 152, Taf. 168) oder jenem im Kloster von Grottaferrata (Matz 1968, Nr. 153, Taf. 169). Auch eine Zeichnung im British Museum (Inv. Nr. 1905-11-10-4; Degenhart/ Schmitt 1968, Abb. 660) zeigt den szenischen Zusammenhang, aus dem die Figur der Albertina-Zeichnung herrührt. Das Gebälkstück rechts oben auf der Rückseite entspricht einem flavischen Architrav aus dem Konstantinbogen in Rom. Dieselben Gesimsteile auch auf dem Skizzenblatt im Boymans-van Beuningen Museum in Rotterdam („Musterbuch" fol. 15 heutiger Bindung; Degenhart/Schmitt 1968, Kat. 435, Taf. 327c—d und Taf. 336b; M. Wiemers, Zur Funktion und Bedeutung eines Antikenzitats auf Benozzo Gozzolis Fresko „Der Zug der Könige", in: Zeitschrift für Kunstgeschichte L, 1987, 4, p. 452, Abb. 28 als Gozzoli-Werkstatt). Degenhart/Schmitt vermuteten, dass beide Zeichnungen auf eine gemeinsame Vorlage zurückgehen und nicht als Studien nach der Natur angesehen werden können. Nach Degenhart/Schmitt waren die vorliegende Zeichnung sowie eine große Gruppe weiterer Blätter Teil eines „Musterbuches" der Werkstatt Benozzo Gozzolis (Schmitt/Degenhart 1968, Kat. 434-169).
zitiert aus: Veronika Birke, Janine Kertész, Die italienischen Zeichnungen der Albertina. Generalverzeichnis, IV, Wien/Köln/Weimar 1997, S. 2467, Nr. 25450.
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