Anonym, Taufe Christi, Inv. Nr.: 35298
Taufe Christi
Anonym, Taufe Christi, Inv. Nr.: 35298
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Taufe Christi

Anonym




Künstler:in
Werkstatt (Camerano 1625 - 1713 Rom)
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesBleigriffel; Feder; laviert; mit Deckweiß gehöht; rechts unten 4 cm hoher Riss
Dimensions45,2 x 26,7 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number35298
Inscribedrechts unten alte Federnummer "N° 16" (die sechs getilgt); darunter in derselben Feder "N° 1"; auf der verso in alter Federschrift "C. Maratti" und "42".
WatermarkFleur de Lys (Heawood 1568?) (Rom 1697; im Cahier faksimiliert)
Text

Maratta hatte 1695 von Papst Innozenz XII. (Antonio Pignatelli) (1691-1700) den Auftrag erhalten, für die Taufkapelle der Peterskirche in Rom drei große Bilder zu malen mit dem zentralen Motiv der „Taufe Christi", das ein Jahr später vollendet war. Die Kapelle wurde 1699 geweiht. 1763 wurde das Gemälde der „Taufe Christi" in S. Maria degli Angeli in Rom aufgestellt (Dowley 1965, p. 69, Fig. 1). Die vorliegende Zeichnung wurde von H. Voss als Entwurf für Marattas Gemälde für die Taufkapelle von S. Peter angesehen. Die bekannten eigenhändigen Studien Marattas zu diesem Gemälde im Kunstmuseum in Düsseldorf (A. Sutherland Harris/E. Schaar, Katalog des Kunstmuseums Düsseldorf. Die Handzeichnungen von Andrea Sacchi und Carlo Maratta, Düsseldorf 1967, p. 137, Nr. 386-393), in Madrid (V. M. N. Alcaide, Carlo Maratti, Cuarenta y tres dibujos de tema religioso de la Real Academia de San Fernando, Madrid 1965, Nr. 11-14 mit Abb.) und an anderen Orten sprechen gegen die Eigenhändigkeit dieser Zeichnung. Vergleicht man die bildhaften Kompositionen im Zusammenhang mit diesem Sujet - eine Studie der Sammlung des Earl of Leicester in Holkham Hall (Inv. Nr. 3A6; Voss 1964, Fig. 3; Dowley 1965, p. 70, Fig. 9; A. E. Popham, Old Master Drawings at Holkham Hall, Chicago 1986, Nr. 173) und eine Werkstattkopie im Kupferstich-Kabinett in Berlin (Inv. Nr. 17434; Schaar 1966, p. 414, Anm. 5, Fig. 2), so ist festzustellen, dass nur die Kopie in Berlin der Wiener Darstellung entspricht. Die Bildhaftigkeit der Albertina-Zeichnung und die detailgetreue analoge Darstellung in Berlin lassen vermuten, dass es sich um Werkstattkopien nach einem heute nicht nachweisbaren bozzetto (?) oder einer Gemäldevariante Marattas handelt. In der Albertina befinden sich eine Variante der Komposition (Inv. 1061; Birke/ Kertesz I, p. 543) sowie eine seitenverkehrte anonyme Nachempfindung aus späterer Zeit (Inv. 25049).

zitiert aus: Veronika Birke, Janine Kertész, Die italienischen Zeichnungen der Albertina. Generalverzeichnis, IV, Wien/Köln/Weimar 1997, S. 2565, Nr. 35298.

Catalogue raisonné
  • Stix 1932, 768a (Nachtrag im Albertina-Exemplar)
  • Birke/Kertész IV
  • Bibliography
  • H. Voss, Eine Kompositionszeichnung Marattis zur 'Taufe Christi' in der Peterskirche, in: Albertina-Studien, 1964, 3, p. 110, Abb.
  • F. Dowley, Carlo Maratti, Carlo Fontana and the Baptismal Chapel in Saint Peter's, in: Art Bulletin 47, 1965, p. 70, Anm. 83
  • E. Schaar, Carlo Maratti and His Pupils in the Baptismal Chapel of Saint Peter, in: Art Bulletin 48, 1966, 3, p. 414, Anm. 6.
  • Provenance
  • um 1964 Sammlung Armand Gobiet, Seeham bei Salzburg
  • erworben 1966 bei Galerie Welz, Salzburg

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    Last edited24.02.2022