Porträt des Malers Louis Silvestre
Anonym
Von Berckenhagen ([et al.] 1958, Nr. 541) wurde diese Zeichnung als eigenhändig akzeptiert, doch neigen wir zu starken Vorbehalten gegenüber der traditionellen Zuschreibung. Eine moderne kritische Analyse des Bestandes an Zeichnungen von Antoine Pesne ist überfällig, und es fällt uns schwer, dieses Blatt mit gesicherten Blättern Pesnes in Einklang zu bringen. Vielmehr könnte das Blatt der Albertina eher eine Nach- als eine Vorzeichnung des um 1718 von L. Zucchi nach Antoine Pesne ausgeführten Kupferstichporträts von Louis de Silvestre sein. Louis de Silvestre (1675-1760) war Schüler von Charles Le Brun, ging 1693 nach Rom und war ab 1792 Mitglied der Pariser Akademie, wo er 1706 zum Professor und 1720 zum Vizerektor ernannt wurde. 1716 von August dem Starken nach Dresden gerufen, nahm er ab 1727 an der dortigen Akademie die bedeutende Position des Direktors ein. Ab 1748 wieder in Paris, wurde er auch dort Direktor der Académie royale.
Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Heinz Widauer (Bearb.), Die französischen Zeichnungen der Albertina. Vom Barock bis zum beginnenden Rokoko. Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Albertina, Bd. X, Wien/Köln/Weimar 2004, S. 231, Nr. 1085.
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