Kasuar
Jean-Baptiste Oudry
um 1745
Vorzeichnung zu einem mit 1745 datierten und im selben Jahr im Salon ausgestellten Gemälde Oudrys, das zu einer 1739 begonnenen Serie von exotischen Tierdarstellungen für den Direktor des Königlichen Botanischen Gartens, La Peyronie, gehörte, die nicht nur in Form von Stichen ein Naturgeschichte-Buch La Peyronies illustrieren sollte, sondern vermutlich auch für den Botanischen Garten im Trianon bestimmt war (Opperman 1972 [1977], I, pp. 112/113). Der in Form der Albertina-Zeichnung vorbereitete Vogel war das exotischste aller von Oudry für diesen Zyklus ausgeführten Tiere und wurde im "Livret des Salons" von 1745 ausführlich erklärt: "Cet Oiseau est extrêmement rare, il vient de l'lsle de Benda, & n'a ni langue, ni queue ... ". Dem Projekt wurde mit dem Tod La Peyronies 1747 ein Ende gesetzt. Das unserer Zeichnung entsprechende Bild befindet sich heute zusammen mit allen anderen Gemälden dieser Serie, die vom Herzog von Mecklenburg-Schwerin erworben wurde, im Staatlichen Museum von Schwerin (lnv.Nr. 869). Claudia Schönfeld (in: Schwerin 2000, Nr. 61) sieht in dem Blatt der Albertina eine Zeichnung nach den Schweriner Gemälde.
Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Heinz Widauer (Bearb.), Die französischen Zeichnungen der Albertina. Vom Barock bis zum beginnenden Rokoko. Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Albertina, Bd. X, Wien/Köln/Weimar 2004, S. 236, Nr. 1095.
