Jacques-André Portail, Die Stickerinnen, Inv. Nr.: 12099
Die Stickerinnen
Jacques-André Portail, Die Stickerinnen, Inv. Nr.: 12099
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Die Stickerinnen

Jacques-André Portail




Portail gehörte zu den bevorzugten Zeichnern Ludwigs XV. Seine dekorativen Landschafts- und Genreszenen spiegeln vor allem das Leben am königlichen Hof in Versailles wider. Sie sind hauptsächlich in Rötel und Kreide ausgeführt. Diese Technik ermöglicht die Kontrastbildung von kalten und warmen Farbtönen und schafft dadurch eine reizvolle Oberflächenstruktur. Portail gruppiert gerne zwei bis drei Figuren in eine bestimmte Tätigkeit vertieft um ein Möbelstück, wie z. B. um einen Tisch, und betont deren stilllebenhafte Auffassung zusätzlich durch einen neutralen Hintergrund.



Künstler:in (Brest 1695 - 1759 Versailles)
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesSchwarze Kreide, Rötel
Dimensions29,2 x 30,2 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number12099
Markingsl.u. Herzog Albert von Sachsen-Teschen (Lugt 174)
Text

Portail gehörte zu den bevorzugten Zeichnern #Ludwigs XV. Seine dekorativen Landschafts- und Genreszenen, die vor allem das Leben am königlichen Hof in Versailles widerspiegeln, sind hauptsächlich in Rötel und Kreide ausgeführt. Diese Technik ermöglicht die Kontrastbildung von kalten und warmen Farbtönen und schafft dadurch eine reizvolle Oberflächenstruktur. Die Zeichnungen Portails werden, was Technik und Stil anbelangt, gerne mit Werken #Watteaus verglichen. Während aber Watteaus Figurenstudien ihr Modell meist in einer ganz bestimmten Bewegung festhalten und wie spontane Momentaufnahmen wirken, zeigen die Darstellungen Portails in ihrer statischen Ruhe eher Parallelen zu Werken #Chardins. Ähnlich diesem gruppiert Portail ebenfalls gerne zwei bis drei Figuren, die in eine bestimmte Tätigkeit vertieft sind, um ein Möbelstück, wie z. B. einen Tisch, und betont deren stilllebenhafte Auffassung zusätzlich durch einen einheitlich neutralen Hintergrund.
Die Stickerinnen sind dafür ein charakteristisches Beispiel: Ein gleichmäßiges System von dichten Schraffuren überzieht den größten Teil der Bildfläche. Die zwei stickenden Mädchen und der Knabe sind mit großer Freude am Detail wiedergegeben. Durch die eher gleichförmig wirkende Strichführung, die ohne starke Nuancierungen gleichsam die räumlichen und plastischen Werte der Szene egalisiert, erzielt Portail jene ornamenthafte, zeitlose Lieblichkeit seiner Darstellungen, deren stilisierte Bildwirkung ein typisches Merkmal der französischen Rokokomalerei ist.

Christine Ekelhart, in: Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Die großen Meister der Albertina (Kat. Best. Albertina, Wien 2008), Petersberg 2008, Nr. 135.

Catalogue raisonné
  • Widauer 2004, F 1158
  • Bibliography
  • AK Albertina/Washington/New York 1984-1986, Nr. 69
  • AK München 1986, Nr. 60
  • Salmon 1996, Nr. 20
  • Schröder 2008, Nr. 135 (C. Ekelhart)
  • Klaus Albrecht Schröder (Hg.), AK, Die Gründung der Albertina. 100 Meisterwerke der Sammlung, Ostfildern 2014, S. 196 und 198.
  • Albertina, Meisterzeichnungen: Tiepolo bis Goya, hrsg. von Klaus Albrecht Schröder, Bad Vöslau: Grasl Druck & Neue Medien 2003, Abb.18
  • Provenance
  • Herzog Albert von Sachsen-Teschen
  • Online resources
    IIIF Logo IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/28043/die-stickerinnenImage Request
    Last edited01.10.2019