Die Stickerinnen
Jacques-André Portail
Portail gehörte zu den bevorzugten Zeichnern Ludwigs XV. Seine dekorativen Landschafts- und Genreszenen spiegeln vor allem das Leben am königlichen Hof in Versailles wider. Sie sind hauptsächlich in Rötel und Kreide ausgeführt. Diese Technik ermöglicht die Kontrastbildung von kalten und warmen Farbtönen und schafft dadurch eine reizvolle Oberflächenstruktur. Portail gruppiert gerne zwei bis drei Figuren in eine bestimmte Tätigkeit vertieft um ein Möbelstück, wie z. B. um einen Tisch, und betont deren stilllebenhafte Auffassung zusätzlich durch einen neutralen Hintergrund.
Portail gehörte zu den bevorzugten Zeichnern #Ludwigs XV. Seine dekorativen Landschafts- und Genreszenen, die vor allem das Leben am königlichen Hof in Versailles widerspiegeln, sind hauptsächlich in Rötel und Kreide ausgeführt. Diese Technik ermöglicht die Kontrastbildung von kalten und warmen Farbtönen und schafft dadurch eine reizvolle Oberflächenstruktur. Die Zeichnungen Portails werden, was Technik und Stil anbelangt, gerne mit Werken #Watteaus verglichen. Während aber Watteaus Figurenstudien ihr Modell meist in einer ganz bestimmten Bewegung festhalten und wie spontane Momentaufnahmen wirken, zeigen die Darstellungen Portails in ihrer statischen Ruhe eher Parallelen zu Werken #Chardins. Ähnlich diesem gruppiert Portail ebenfalls gerne zwei bis drei Figuren, die in eine bestimmte Tätigkeit vertieft sind, um ein Möbelstück, wie z. B. einen Tisch, und betont deren stilllebenhafte Auffassung zusätzlich durch einen einheitlich neutralen Hintergrund.
Die Stickerinnen sind dafür ein charakteristisches Beispiel: Ein gleichmäßiges System von dichten Schraffuren überzieht den größten Teil der Bildfläche. Die zwei stickenden Mädchen und der Knabe sind mit großer Freude am Detail wiedergegeben. Durch die eher gleichförmig wirkende Strichführung, die ohne starke Nuancierungen gleichsam die räumlichen und plastischen Werte der Szene egalisiert, erzielt Portail jene ornamenthafte, zeitlose Lieblichkeit seiner Darstellungen, deren stilisierte Bildwirkung ein typisches Merkmal der französischen Rokokomalerei ist.
Christine Ekelhart, in: Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Die großen Meister der Albertina (Kat. Best. Albertina, Wien 2008), Petersberg 2008, Nr. 135.
