Brief von Egon Schiele an Franz Hauer vom 11. Juni 1913
Egon Schiele
11. Juni 1913
Verfasser:in
Egon Schiele
(Tulln 1890 - 1918 Wien)
Adressat:in
Franz Hauer
(Weißenkirchen 1867 - 1914 Wien)
erwähnte Person(en)
Carl Reininghaus
(Graz 1857 - 1929 Wien)
erwähnte Person(en)
Friedrich Waerndorfer
(Wien 1868 - 1939 Bryn Mawr, USA)
erwähnte Person(en)
Magda Mautner von Markhof
(Wien 1881 - 1944 Salzburg)
erwähnte Person(en)
Oskar Reichel
(Wien 1869 - 1943 Wien)
erwähnte Person(en)
Gustav Klimt
(Wien 1862 - 1918 Wien)
Date11. Juni 1913
Object TypeArchivale
Object typePaper from archives
Materials / TechniquesTinte (schwarz) auf Papier
DimensionsBlatt: 22,5 × 35,1 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object numberESA117v
Transkription"Ein
Porträt von [sic] Jahre 1910 das ich übermalen | wollte Herr Reininghaus 400 K[ronen] | ebenso
unsympathisch ein Bild 150 cm x 150 cm | eine Figur auf weißen [sic] Grund 1200
K. | in München und Wien noch andere um den Preis. | Dr. Reichel gab bis 1912
Sommer für alle | Bilder bis höchstens 80 cm x 80 cm groß je 200 K | aus dem
Grund weil ich momentan | geldlos war; stellt mir aber jedes von denen| für
Ausstellungen und zum besseren Verkauf | jederzeit zur Verfügung. | einem
Architekten der an der Wiener-Werkstätte | tätig ist, ließ ich eben ein solches
auch um 350 K | weil er wirklich nicht mehr hatte; d. [das] heißt wie | ich von
Klimt erfahren hatte dieses Geld | gewonnen hat. | Im Vorjahre zahlten Sie mir
für weit kleinere | und lange nicht so gute Bilder wie die von | heute 3 Stück
900 K. – Unmöglich ist also | Ihr Anbieten, beim besten Willen erfüllen zu | können.
Mir währe [sic] es seelisch peinlich | zu wissen
daß ich meine Bilder zu deren Erreichung | ich Jahre arbeitete und kämpfte
wegwerfen | würde. Bitte Herr Hauer, ich schreibe Ihnen| gleich so damit ich
diese Empfindung los werde. | Verzeihen Sie! – || Vielleicht also gefällt Ihnen
mein Vorschlag: | Das große Bild, das ich eigentlich gar | nicht zu verkaufen
gedachte, sondern | weil ich das Gefühl haben könnte daß | dieses Bild
gewürdigt in der Galerie | eines stark Kunstspürenden Menschen | aufgestellt
ist, kostet für Sie also ganz | ausgenommen 1000 K und wenn Ihnen | dies als
Recht vorkommen würde, so | bleibt es mir gleichgiltig [sic] ob Sie mir | diesen
Betrag jetzt oder in zwei oder | drei Teilen senden, was mir noch | lieber ist.
| Das kleine Steinbild 300 K. | Zusammen wären dies 1300 K. und | ich glaube es
wäre am besten, wenn | Sie mir jetzt 700 K senden würden | die Sie leicht
entbehren können und | die übrigen 600 K im Juli, August und | September. Sie
wissen ja, es machen's | andere auch so, auch Mauthner v. [von] Markhof. | Wenn
Sie also Herr Hauer mit meinen [sic] | Vorschlag einverstanden wären, so würde |
dies mich aufrichtig freuen, zu wissen | daß Sie vielleicht um zu erwerben | einiges
opfern. – Ich ersuche Sie dringend | mir sofort darüber zu schreiben,
jedenfalls | aber lassen Sie morgen Donnerstag das | Steinerbild holen 10-4h;
ich kann nicht | garantieren.
IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/282687/brief-von-egon-schiele-an-franz-hauer-vom-11-juni-1913Image RequestLast edited18.01.2022