Brief von Marie und Melanie Schiele an Josepha Harms Ende 1918
Marie Schiele
nach 27. November 1918
[Briefanfang von Marie Schiele rechts:] Liebe Frau Harms! | Ich werde mir Mühe geben | und trachten daß Sie liebe | Frau Harms auch eine Todten- [sic] | maske bekommen, – der Herr | Ambrosy [Gustinus Ambrosi] wird sich schon er- | weichen lassen. Was macht | Della [Adele Harms]? Soll nicht husten – | soll brav sein. Viele herzl. [herzliche] | Grüße von uns beiden | an Sie [richtig: sie]. Wenn Frau Harms | bei Gelegenheit den Muff | von Edith finden – die | Boa war im Koffer – und | den Perser Vorleger – denn | wenn der Ring fertig ist | bitte schön mir durch | Paulchen [Anm.: wahrscheinlich Paul Erdmann, Enkel von Josepha Harms] es zu schicken | soeben lacht sich Paulchen | krank da Mela [Melanie Schiele] so ||
[Briefende von Melanie Schiele links:] an unsere unvergesslichen | Liebsten erinnert werden. | Uns war es so schrecklich | das ausräumen. Ich musste | wieder schrecklich weinen. | Mir kommt es immer so vor, | dürften Beide nur auf | Reisen sein. Dela [Adele Harms] lasse | ich vielmals grüssen sie | soll nicht böse sein dass | ich noch nicht sie besuchte. | Wollte mit Mama so gerne | unlängst mitfahren doch hatte ich Dienst sie soll | sich so gut wie möglich die | Zeit vertreiben. Ich komme un- | verhofft. Viele Grüße an | die l. [liebe] Dela Handkuss | Melanie
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