Landschaft mit Hasenjagd
David Vinckboons
1601/1602
Das Braun-Blau-Kolorit der Landschaft mit Hasenjagd ist typisch für den flämischen Spätmanierismus. Jäger und Hunde stürmen von allen Seiten auf ihre Beute zu, im Hintergrund erstreckt sich hinter dem Wasserschloss eine von Kanälen durchzogene Landschaft. Trotz dieser auf Schablonen basierenden Darstellungsweise verlebendigt Vinckboons seine Landschaft mit der Hasenjagd zu einem natürlichen Gesamtbild.
Rahmenaußenmaß 61,2 × 75,3 × 4,3 cm
Mit seinen Eltern zog der zehnjährige David Vinckboons 1586 aus Antwerpen in den Norden und wurde bei seinem Vater, dem Aquarellmaler Philip Vinckboons, ausgebildet. Seine vielfigurigen, imaginären Landschaften waren kurz nach 1600 deutlich von den Kompositionen des flämischen Malers Gillis van Coninxloo III. geprägt. Vinckboons wurde vor allem durch seine Stiche berühmt, die hauptsächlich von Nicolaes de Bruyn und Jan van Londerseel ausgeführt wurden. Auch die vorliegende Arbeit gehört zu einer Gruppe von ursprünglich etwa zwanzig Zeichnungen, die bei Londerseel in Serie gingen. Der Großteil dieser Arbeiten hat biblische Motive zum Gegenstand, und nur drei Zeichnungen sind profanen Sujets gewidmet.
In der Zeichnung Landschaft mit Hasenjagd herrscht große Erregung. Jäger und Hunde stürmen von allen Seiten auf ihre Beute zu. Ihre Bewegungen sind in raschen, sicheren Federlinien erfasst und durch lebhafte Pinselstriche akzentuiert. Auch in den Bäumen lässt sich die energische und gleichzeitig lockere Feder- und Pinselarbeit des Künstlers beobachten. Im Hintergrund dehnt sich hinter dem flämisch anmutenden Wasserschloss eine von Fantasiebauten, Wiesen, Kanälen und Dörfern gebildete Landschaft, an deren Horizont sich die Silhouette einer holländischen Stadt abzeichnet.
Zu den Merkmalen des flämischen Spätmanierismus gehören das Braun-Blau-Kolorit, durch das der Künstler eine äußerst reiche Skala an Farb-und Lichtnuancen erzielt, vor allem die Überschauperspektive, der mehrfache Tunneleffekt in der linken Waldpartie sowie die mächtigen Baumrepoussoirs. Trotz dieser auf Schablonen basierenden Darstellungsweise verlebendigt Vinckboons seine Landschaft mit Hasenjagd zu einem natürlichen Gesamtbild.
Der zehnjährige David Vinckboons zog 1586 mit seinen Eltern aus Antwerpen in den Norden. Er wurde bei seinem Vater, dem Aquarellmaler #Philipp Vinckboons, ausgebildet. Seine vielfigurigen, imaginären Landschaften waren kurz nach 1600 deutlich von den Kompositionen des flämischen Malers #Gillis van Coninxloo geprägt, der in Amsterdam zu großer Berühmtheit gelangt war. Während ab 1603 die Kirmes- und Jahrmarktsdarstellungen eine wichtige Rolle spielen, werden seine späten Blätter von historischen, mythologischen und biblischen Themen geprägt.
David Vinckboons wurde vor allem durch die zahlreichen Stiche berühmt, die in erster Linie von #Nicolaas de Bruyn und #Johannes van Londerseel nach seinen Entwürfen ausgeführt wurden. So gehört die vorliegende Arbeit zu einer Gruppe von ursprünglich etwa zwanzig Zeichnungen, nach denen Johannes van Londerseel eine Serie von Stichen schuf; neun dieser um 1601/02 gezeichneten Vorlagen, die zu den frühesten Arbeiten des Künstlers gehören, sind erhalten geblieben. Der Großteil dieser Arbeiten hat biblische Motive zum Gegenstand; drei Zeichnungen aus der Gruppe - darunter diese Zeichnung - sind profanen Themen gewidmet. Charakteristisch für die gesamte Serie ist die detaillierte, blattfüllende Zeichenweise, verbunden mit den kulissenartig angeordneten Baumgruppen, dem Auftreten vieler kleiner Figuren sowie der durch Fantasiearchitektur bereicherten Landschaft im Hintergrund.
In der Zeichnung "Landschaft mit Hasenjagd" spielen sich lebhafte Szenen ab. Im Vordergrund stürmen Jäger und Hunde von allen Seiten auf ihre Beute zu; ihre Bewegungen sind in raschen, sicheren Federstrichen erfasst und durch lebhafte Pinselzüge akzentuiert. Auch in den Bäumen lässt sich die energische und gleichzeitig lockere Feder- und Pinselarbeit des Künstlers beobachten. Mit dem charakteristischen Braun-Blaukolorit des flämischen Manierismus erzielt der Künstler eine äußerst reiche Skala an Farb- und Lichtnuancen. Im Hintergrund verfeinert sich das lebhafte Spiel der Linien und zartblauen Lavierungen. Hier dehnt sich hinter dem flämisch anmutenden Wasserschloss eine von Fantasiebauten, Wiesen, Kanälen und Dörfern gebildete Landschaft aus, an deren Horizont sich die Mühle und die Kirche einer holländischen Stadt abzeichnen.
Zu den spätmanieristischen Merkmalen der Zeichnung gehören vor allem die Überschauperspektive, der mehrfache Tunneleffekt in der linken Waldpartie sowie die mächtigen Baumrepoussoirs. Trotz seiner Orientierung an konventionellen Schablonen verlebendigt David Vinckboons die Fantasielandschaft zu einem natürlichen Gesamtbild.
Marian Bisanz-Prakken, in: Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Die großen Meister der Albertina (Kat. Best. Albertina, Wien 2008), Petersberg 2008, Nr. 76.
IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/29211/landschaft-mit-hasenjagdImage Request