Die Aurelianische Stadtmauer in Rom mit Blick auf S. Stefano Rotondo, Inv. Nr.: 9368
Die Aurelianische Stadtmauer in Rom mit Blick auf S. Stefano Rotondo
Die Aurelianische Stadtmauer in Rom mit Blick auf S. Stefano Rotondo, Inv. Nr.: 9368
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Die Aurelianische Stadtmauer in Rom mit Blick auf S. Stefano Rotondo

Cornelis van Poelenburch

1620-1623




Zugeschrieben an (Utrecht 1594/95 - 1667 Utrecht)
Vormals zugeschrieben an (Deventer 1598 - 1657 Amsterdam)
Date1620-1623
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesFeder in Braun, laviert, über schwarzer Kreide; die blaue Aquarellfarbe von späterer Hand
Dimensions27 x 39,1 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number9368
Inscribedr.u. "B.B." (von späterer Hand)
Markingsl.u. Herzog Albert von Sachsen-Teschen (Lugt 174)
Text

In Rom und Umgebung widmete sich Cornelis van Poelenburch zusammen mit Bartholomeus Breenbergh voller Begeisterung dem Studium von Ruinen, Gebäuden und Landschaften. Der junge van Poelenburch orientierte sich dabei zwar an den stimmungsvollen Naturstudien des in Rom lebenden, wesentlich älteren Flamen #Paul Bril, er wandte die Feder und den Pinsel jedoch ungleich freier an. Was ihn vor allem von seinem Vorgänger unterscheidet, ist die Behandlung des Lichts, dessen blendende Wirkung durch den starken Kontrast zwischen den dunklen, flüssig lavierten Bereichen und den hellen, im Papierton frei gelassenen Stellen vermittelt wird. Zusätzlich werden die Struktur und die Beschaffenheit von Pflanzenwucherungen und abgebröckelten Mauerpartien durch die Federkonturen scharf hervorgehoben.
In jüngster Zeit wird die traditionell als ein Werk von Bartholomeus Breenbergh geltende Zeichnung Cornelis van Poelenburch zugeschrieben. Stilistisch stimmt das Blatt vor allem mit jenen acht Zeichnungen des Künstlers überein, die – zwischen 1620 und 1623 entstanden – mit den Worten "in roomen" (in Rom) bezeichnet sind. Die Schrägansicht, das grell beleuchtete Mauerwerk mit den schweren Schatten sowie die gleitenden Übergänge zwischen der Architektur und den Neigungen des Terrains bestimmen den Haupteindruck dieser imposanten Ruinendarstellung; das mächtige Mauerfragment wird, wie eingebettet in seine Umgebung, vom südlichen Sonnenlicht überflutet. Die sachlich registrierende Einstellung zur Antike, kennzeichnend für die nach Rom reisenden Künstler des 16. und frühen 17. Jahrhunderts, weicht hier einem neuartigen Interesse an den lyrischen Qualitäten der historischen Bauwerke. Dieses behutsame Eingehen auf Phänomene wie Licht, Stimmung und Atmosphäre, auf Struktur- und Oberflächenwerte wie auch auf bestimmte Aspekte des Lokalkolorits sollte das Hauptmerkmal aller nachfolgenden italienreisenden Niederländer bleiben.

Das Zeitalter Rembrandts, Ausstellungskatalog, hg. von K. A. Schröder und M. Bisanz-Prakken, Albertina, Wien, Ostfildern 2009, Abb. 165, S. 350.

Bibliography
  • Egger 1911, S. 41, Taf. 80
  • Lugt 1929-1933, Bd. 2, S. 40 (unter Nr. 782)
  • Bernt 1957/58, Bd. 1, Nr. 125, Abb.
  • A.K. Die Landschaft im Jahrhundert Rembrandts, hg. von M. Bisanz-Prakken, Albertina, Wien, Ostfildern 1993, Nr. 87
  • A.K. Drawings from the Albertina. Landscape in the Age of Rembrandt, bearb. von M. Bisanz-Prakken, The Drawing Center, New York
  • Kimbell Art Museum, Fort Worth, 1995, Nr. 77
  • Marijn Schapelhouman, Dutch Drawings of the Seventeenth Century in the Rijksmuseum, Amsterdam, Artists Born between 1580 and 1600, 2 Bde, Amsterdam/London 1998, S. 121 (unter Nr. 264)
  • A.K. Das Zeitalter Rembrandts, hg. von K. A. Schröder und M. Bisanz-Prakken, Albertina, Wien, Ostfildern 2009, Nr. 165 (M. Bisanz-Prakken)
  • Provenance
  • Herzog Albert von Sachsen-Teschen
  • Online resources
    IIIF Logo IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/30232/die-aurelianische-stadtmauer-in-rom-mit-blick-auf-s-stefanoImage Request
    Last edited08.07.2021