Sandro Chia, Süßes Treiben mit Katze (Melancholisches Interieur), Inv. Nr.: GE185DL
Süßes Treiben mit Katze (Melancholisches Interieur)
Sandro Chia, Süßes Treiben mit Katze (Melancholisches Interieur), Inv. Nr.: GE185DL
Credit: ALBERTINA, Wien - Sammlung Batliner Image: ALBERTINA, Wien Copyright: © Bildrecht, Wien 2026

Süßes Treiben mit Katze (Melancholisches Interieur)

Sandro Chia

1991




Künstler:in (Italien, geboren 1946)
Date1991
Object TypeGemälde
Object typePainting
Materials / TechniquesÖl auf Leinwand
Dimensions175 x 155 cm
Rahmenaußenmaß: 179 x 159 cm
CreditALBERTINA, Wien - Sammlung Batliner
Object numberGE185DL
Text

Noch bevor die Neuen Wilden Anfang der achtziger Jahre wieder figurativ zu arbeiten begannen, stellte der junge Florentiner Sandro Chia der weltweit vorherrschenden Abstraktion einen eigenwilligen Stil entgegen, der sowohl in inhaltlicher wie in gestalterischer Hinsicht die Nähe zum Expressionismus suchte. Die monumental wirkenden Figuren, die auf seinen Bildern so häufig vorkommen, erinnern dagegen eher an die Malerei der zwanziger Jahre, insbesondere an Picassos magistralen Figurenstil. Auf dem vorliegenden Großformat aus dem Jahr 1991, das vorwiegend in warmen Rottönen gehalten ist, erblickt man in der Bildmitte ein auf dem Boden sitzendes Jünglingspaar sowie, links vor ihnen, eine schlafende Katze. Während der Ältere traumverloren in die Ferne blickt, legt der Jüngere schutzsuchend seinen Kopf auf dessen Schulter. Der Hintergrund deutet in kühlen Farben eine bedrohlich wirkende Umgebung an, die nicht genauer identifiziert werden kann. Ohne Zweifel wollte Chia mit diesem Bild ein Zeugnis der Freundschaft schaffen. Darstellungen von eng verbundenen Paaren - von Freunden, Liebenden oder Geschwistern - kommen in seinem Werk um 1990 sehr häufig vor1 , und oft hat man den Eindruck, als lebten in diesen Darstellungen alte christliche Motive wie die berühmten spätmittelalterlichen Christus-Johannes-Gruppen weiter. Dass Chia gerne auf den Bilderschatz der Kunstgeschichte zurückgriff, belegt wohl auch ein weiteres Bild dieses Künstlers in der Sammlung Batliner. Das Werk mit dem sprechenden Titel Die Qual der Wahl (Inv. GE179DL) aus dem Jahr 1994 lässt unwillkürlich an antike Darstellungen des doppelgesichtigen Schutzgottes Janus denken.

1 Vgl. Ausst.-Kat. Sandro Chia: dipinti e titoli recenti/Paintings and Recent titles, Palazzo Medici Riccardi, Florenz 1991, S. 105-109, 112-113, 124-127.


zitiert aus: R. & H. Batliner Art Foundation (Hg.), Rudolf Koella (Konzept und Red.)/Felix Billeter (Wiss. Mitarb.), Verborgene Meisterwerke (Kat. Best. R. & H. Batliner Art Foundation, Vaduz 2005), Wien 2005, S. 384, Nr. 38.

Catalogue raisonné
  • Koella/Billeter 2005, 38
  • Bibliography
  • R. & H. Batliner Art Foundation (Hg.), Rudolf Koella (Konzept und Red.)/Felix Billeter (Wiss. Mitarb.), Verborgene Meisterwerke (Kat. Best. R. & H. Batliner Art Foundation, Vaduz 2005), Wien 2005, S. 384, Nr. 38, Abb. S. 385
  • Ausstellungen (laut Koella/Billeter): Sandro Chia, Palazzo Medici Riccardi, Florenz 1991, Abb. S. 109
  • Sandro Chia, Nationalgalerie Berlin 1992, S. 194-195
  • Online resources
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    Last edited08.10.2019