Ludolf Bakhuizen, Stürmisches Meer mit Schiff in Seenot, Inv. Nr.: 10009
Stürmisches Meer mit Schiff in Seenot
Ludolf Bakhuizen, Stürmisches Meer mit Schiff in Seenot, Inv. Nr.: 10009
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Stürmisches Meer mit Schiff in Seenot

Ludolf Bakhuizen

1687 (?)




Künstler:in (Emden 1630 - 1708 Amsterdam)
Date1687 (?)
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesPinsel in Braun, braun laviert, über Graphitstift
Dimensions16,9 x 27,6 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number10009
Signedr.u. "L B 1687" ("87" nicht eindeutig entzifferbar)
MarkingsHerzog Albert von Sachsen-Teschen (Lugt 174)
Text

Ludolf Bakhuizen, Sohn eines Notars, war in seiner Geburtsstadt Emden ursprünglich als Buchhalter tätig. 1650 zog er nach Amsterdam, wo er als Buchhalter und Kalligraph beim Kaufmann Guglielmo Bartolotti arbeitete. Gleichzeitig widmete er sich dem Zeichnen von Schiffen ("penwerken") auf präparierter Leinwand in der Art  #Willem van de Veldes des Älteren (vgl. Inv. 10038). Die Ölmalerei studierte er, #Arnold Houbraken zufolge, bei #Allart van Everdingen und #Hendrik Dubbels, aber auch in diesem Bereich war er vermutlich Autodidakt. Bakhuizen interessierte sich besonders für die Wetterbedingungen, die angeblich von einem Boot aus studierte. Er wurde einer der erfolgreichsten Maler des späten 17. Jahrhunderts und erhielt ab 1665 wichtige Aufträge der Stadt Amsterdam. Eine hoch geschätzte Spezialität des Künstlers waren die bildmäßig durchgeführten, höchst kultivierten Pinselzeichnungen in grauen oder braunen Farbtönen.
Zu welchem hohen Grad an technischer und künstlersicher Verfeinerung Ludolf Bakhuizen es als Zeichner brachte, wird durch dieses Werk anschaulich belegt. Die Thematik der in Seenot geratenen Schiffe war in der holländischen Marinemalerei des 16. und 17. Jahrhundert weit verbreitet. Die Metaphorik dieser Darstellungen bezog sich auf die Relativität aller Bestrebungen wie auch auf das Unvermögen der Sterblichen, ihr eigenes Schicksal zu bestimmen. Für die Marinemaler stellte die möglichst einprägsame Wiedergabe der dramatischen Lichtverhältnisse, der hochgepeitschten Wellen und der schwer in Mitleidenschaft gezogenen Schiffe immer wieder eine dankbare Herausforderung dar. Bakhuizen beherrschte dieses Genre auf virtuose Weise. In der 1687 (?)  datierten Komposition verbindet sich die dramatische Momentaufnahme mit der wohlkalkulierten Position der Schiffe und den raffinierten, endlos abgestuften Nuancen des jeweiligen Grundtons.

Das Zeitalter Rembrandts, Ausstellungskatalog, hg. von K. A. Schröder und M. Bisanz-Prakken, Albertina, Wien, Ostfildern 2009, Abb. 162, S. 340-344.

Bibliography
  • Meder 1919, S. 160, Abb. 225
  • Meder 1922, S. 11, Taf. 44
  • Bernt 1957/58, Bd. 1, Nr. 28, Abb.
  • A.K. Rembrandt and his time. Masterworks from the Albertina (Vienna), Milwaukee 2005, Nr. 97
  • A.K. Das Zeitalter Rembrandts, hg. von K. A. Schröder und M. Bisanz-Prakken, Albertina, Wien, Ostfildern 2009, Nr. 162 (M. Bisanz-Prakken)
  • Albertina, Rubens bis Rembrandt, hrsg. von Klaus Albrecht Schröder, Bad Vöslau: Grasl Druck & Neue Medien 2003, Abb. 63
  • Provenance
  • Herzog Albert von Sachsen-Teschen
  • Online resources
    IIIF Logo IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/30866/sturmisches-meer-mit-schiff-in-seenotImage Request
    Last edited09.05.2022