Ein Grünspecht
Pieter Withoos
1680er-Jahre
Pieter Withoos entstammte einer Künstlerfamilie, die vorwiegend Stillleben zeichnete und malte. Withoos spezialisierte sich auf die Wiedergabe von Vögeln und Insekten. Für solche sorgfältig kolorierten Zeichnungen von Blumen und Tieren bestand im späten 17. und im 18. Jahrhundert bei Kunst- und Naturaliensammlern ein lebhaftes Interesse. In den Niederlanden war das Zentrum für die Stilllebenmalerei im nordholländischen Hoorn, und auch Pieters Vater, Matthias Withoos, war 1672 mit seiner Familie dorthin gezogen.
Withoos arbeitete mit intensiven Deckfarben, deren Leuchtkraft er durch die Verwendung von Gummi arabicum oder Eiweiß verstärkte. Den preziösen Charakter seiner mit feinstem Pinsel ausgeführten Arbeiten unterstützt das häufig als Malgrund verwendete Pergament. Die Vögel malte er entweder einzeln – wie in der ausgestellten Zeichnung – oder gruppenweise im Geäst eines Baums sitzend.
Der Grünspecht präsentiert sich auf einem schräg in das Bild hineinragenden Ast in modellhafter Profilstellung. Trotz des detailreichen, musterhaften Charakters seiner Vogeldarstellungen versteht es Withoos, die Tiere durchaus lebendig und treffend zu erfassen; hinzu kommt die fast greifbare Materialität der glänzenden Federpracht.
