Weibliches Liebespaar
Egon Schiele
1915
Weibliches Liebespaar stellt einen Höhepunkt der Thematisierung des Scheiterns einer Beziehung dar. Die Gouache zeigt die reife nackte Frau desillusioniert, vielleicht auch erschöpft, auf der verrenkt liegenden Puppe. Deren Gesichtsausdruck weiß nichts von dem, was ihr geschehen ist: das Antlitz einer Marionette.
Schieles Auseinandersetzung mit der Puppe als willenlose Gespielin symbolisiert die existenziell begründete Entfremdung zwischen den Menschen.
Künstler:in
Egon Schiele
(Tulln 1890 - 1918 Wien)
Date1915
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesDeckfarben, Bleistift
Dimensions32,5 × 49,5 cm
Rahmenaußenmaß 54,2 × 70,6 × 3,4 cm
Rahmenaußenmaß 54,2 × 70,6 × 3,4 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number31173
SignedM. u. "EGON / SCHIELE / 1915", umrahmt
Text1915 wird Egon Schiele für kriegstauglich erklärt. Am 17. Juni, drei Tage bevor der Künstler zu seiner Grundausbildung nach Prag einrückt, heiratet Egon Schiele Edith Harms, nachdem er zuvor deren Schwester Adele in Erwägung zieht. Nach der Ausbildung in Böhmen ist Schiele wieder als Soldat in Wien stationiert, dies gestattet ihm, in der dienstfreien Zeit in seinem Atelier zu arbeiten. Es entstehen einige Blätter, die einerseits biografisch die nicht unproblematische Beziehung zwischen Egon und seiner Frau reflektieren, andererseits den grundsätzlichen existenziellen Pessimismus des Künstlers widerspiegeln. Die Höhepunkte der Thematisierung des Scheiterns einer intimen Beziehung stellt die Gouache des weiblichen Liebespaares dar.
Das Blatt der Albertina zeigt die reife nackte Frau desillusioniert, vielleicht auch erschöpft, auf einer verrenkt liegenden Puppe. Deren Gesichtsausdruck weiß nichts von dem, was ihr geschehen ist: ein erinnerungsloses Gesicht.
Schieles Auseinandersetzung mit der Puppe als willenloser Gespielin stellt, als Symbolfigur der existenziell begründeten Entfremdung zwischen den Menschen, den künstlerischen Höhepunkt des Jahres 1915 dar. Fast zwangsläufig ist die weibliche Puppengestalt bekleidet, um ihre anatomische Schlaffheit zu verbergen.
vgl. Klaus Albrecht Schröder, in: Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Die großen Meister der Albertina (Kat. Best., Albertina, Wien 2008), Petersberg 2008, Nr. 217.
Das Blatt der Albertina zeigt die reife nackte Frau desillusioniert, vielleicht auch erschöpft, auf einer verrenkt liegenden Puppe. Deren Gesichtsausdruck weiß nichts von dem, was ihr geschehen ist: ein erinnerungsloses Gesicht.
Schieles Auseinandersetzung mit der Puppe als willenloser Gespielin stellt, als Symbolfigur der existenziell begründeten Entfremdung zwischen den Menschen, den künstlerischen Höhepunkt des Jahres 1915 dar. Fast zwangsläufig ist die weibliche Puppengestalt bekleidet, um ihre anatomische Schlaffheit zu verbergen.
vgl. Klaus Albrecht Schröder, in: Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Die großen Meister der Albertina (Kat. Best., Albertina, Wien 2008), Petersberg 2008, Nr. 217.
Last edited01.07.2026
