Egon Schiele, Albert Paris Gütersloh, Inv. Nr.: 31250
Albert Paris Gütersloh
Egon Schiele, Albert Paris Gütersloh, Inv. Nr.: 31250
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Albert Paris Gütersloh

Egon Schiele

1918




Im Porträt seines langjährigen Wegbegleiters und Freundes, des Künstlers Albert Paris Gütersloh, betont Schiele dessen kraftvolle Entschlossenheit mit dem frontal auf den Betrachter gerichteten Blick. Die Signatur und die Datierung sind wie die Namensinschrift Teil der dekorativen Komposition.

Albert Paris Gütersloh wird 1887 in Wien geboren. Bereits 1911 schreibt er den Essay »Egon Schiele, Versuch einer Vorrede«. 1930 bis 1938 ist Gütersloh Professor an der Wiener Kunstgewerbeschule. Von den Nationalsozialisten als entartet eingestuft, wird er mit Berufsverbot belegt. Von 1945 bis 1962 hat Gütersloh eine Professur an der Akademie der bildenden Künste in Wien inne. Der Künstler stirbt 1973 in Baden bei Wien.



Künstler:in (Tulln 1890 - 1918 Wien)
Dargestellt (Wien 1887 - 1973 Baden)
Date1918
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesSchwarze Kreide auf Japanpapier
Dimensions47 x 30 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number31250
Inscribedl.u. "PARIS GÜTERSLOH"
Signedr.u. "EGON / SCHIELE / 1918"
Text

Schiele betont im Porträt seines langjährigen Wegbegleiters, Freundes und Künstlers, #Albert Paris Gütersloh, die kraftvolle Entschlossenheit mit dem frontal auf den Betrachter gerichteten Blick. Das Bildnis bereitet einerseits das monumentale Gemälde in Minneapolis (http://collections.artsmia.org/art/10219/portrait-of-paris-von-guetersloh-egon-schiele§), andererseits die mit der Zeichnung identische, wenngleich druckbedingt seitenverkehrte Lithographie vor, die Schiele auf Einladung der „Gesellschaft für vervielfältigende Kunst“ gemacht hat. Wie ein alternativ angebotener Mädchenakt wurde auch diese Lithographie vom Präsidenten der Gesellschaft, #Arpad Weixelgärtner, in Erwartung einer Farblithographie zurückgewiesen.

Trotz der radikalen Frontalisierung des Dargestellten vermag Schiele die starke Plastizität des Kopfes suggestiv herauszuarbeiten. Die Signatur und Datierung ist wie die Inschrift Teil der dekorativen Komposition.

 

#Albert Paris Gütersloh wird 1887 in Wien geboren. Als Maler Autodidakt, gehört er der Neukunstgruppe um Schiele an und nimmt an deren Ausstellung im Kunstsalon #Pisko 1909 teil. Bereits 1911 schreibt er „Egon Schiele, Versuch einer Vorrede“ und 1913 werden beide Künstler Mitarbeiter der expressionistischen Zeitschrift Die Aktion in Berlin. 1930 bis 1938 wird er Professor an der Wiener Kunstgewerbeschule. Von den Nationalsozialisten als „entartet“ eingestuft, wird #Gütersloh mit Berufsverbot belegt. Von 1945 bis 1962 ist er Professor an der Akademie der bildenden Künste in Wien. #Gütersloh wurde zum geistigen Vater der „Wiener Schule des Phantastischen Realismus“.

Der Künstler stirbt 1973 in Baden bei Wien.

 

Klaus Albrecht Schröder (Autor und Hg.), Egon Schiele (Kat. Ausst., Albertina, Wien 2005/2006), München, Berlin, London, New York 2005, S. 368-370.

 

Catalogue raisonné
  • Kallir Drawings 1990/1998, 2447
  • Bibliography
  • AK Wien 1928, Nr. 100
  • AK Albertina 1948, Nr. 314
  • AK Washington 1955, Nr. 85
  • AK Zürich 1958, Nr. 76
  • AK Albertina 1959 a, Nr. 109
  • Schwarz 1961, S. 14
  • AK Albertina 1968, Nr.277, Abb.
  • Leopold 1972, S. 468
  • Comini 1974, Tafel 191
  • Mitsch 1974, Abb. 75
  • Vergo 1975, Abb. 208
  • AK München 1975, Nr. 259, Abb.
  • Malafarina 1982, Nr. 325a
  • Arnold 1984, S. 73
  • AK Paris 1986, ohne Nr., Abb. S. 438
  • Hutter 1987 (Faltblatt)
  • Schmidt 1989, S. 109
  • AK Albertina 1990, Nr. 163, Abb.
  • AK Mailand 2000, S. 122, Abb.
  • Klaus Albrecht Schröder (Autor und Hg.), Egon Schiele (Kat. Ausst., Albertina, Wien 2005/2006), München, Berlin, London, New York 2005, Nr. 211
  • Helmut Friedel und Helena Pereña (Hg.), Egon Schiele "Das unrettbare Ich". Werke aus der Albertina, Ausst.- Kat. Städtische Galerie im Lenbachhaus München, Köln 2011, Nr. 41
  • Klaus Albrecht Schröder, in: Museo Guggenheim Bilbao (Hg.), Egon Schiele. Obras del Albertina Museum, Viena, (Kat. Ausst., Museo Guggenheim Bilbao, Bilbao 2012/2013), Bilbao 2012, S. 192-193 (in spanischer Sprache)
  • Provenance
  • 1952 erworben von Arthur Roessler (1877-1955), Wien
  • Online resources
    zum verwandten Werk

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    Last edited22.01.2020