Anthonie Waterloo, Das Gasthaus Hermannshof bei Danzig-Langfuhr, Inv. Nr.: 15147
Das Gasthaus Hermannshof bei Danzig-Langfuhr
Anthonie Waterloo, Das Gasthaus Hermannshof bei Danzig-Langfuhr, Inv. Nr.: 15147
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Das Gasthaus Hermannshof bei Danzig-Langfuhr

Anthonie Waterloo

um 1660




Anthonie Waterloos Stärke liegt in sorgfältig ausgeführten Zeichnungen von Waldstücken und topografischen Ansichten. Seine Motive fand er auf ausgedehnten Reisen, die ihn nach Deutschland sowie bis an die Grenzen des heutigen Polens führten. Dieses Blatt entstand in der Umgebung von Danzig bei dem idyllisch am Flussufer eines Waldes gelegenen Gasthaus Hermannshof. Architektur und Natur sind harmonisch miteinander verbunden.


Künstler:in (Lille 1609 - 1690 Utrecht)
Dateum 1660
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesSchwarze Kreide, Pinsel in Grau, laviert, weiße Deckfarbe; Spuren einer vertikalen Faltung.
Dimensions44,3 x 57,3 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number15147
Markingsr. u. Herzog Albert von Sachsen-Teschen (Lugt 174)
Text

Anthonie Waterloo, über dessen Ausbildung kaum Informationen bekannt sind, trat vor allem als Zeichner und Radierkünstler hervor. Waterloo ist in erster Linie wegen seiner sorgfältig ausgeführten Zeichnungen von topografischen Ansichten, Waldmotiven und Panoramalandschaften bekannt, zu denen er während ausgedehnter Reisen durch das Niederrheingebiet um Arnhem und Rhenen sowie durch Norddeutschland bis in das heutige Polen angeregt wurde.

Um 1660 durchquerte der Künstler Norddeutschland und konzentrierte sich dabei auf zwei weit auseinanderliegende Gebiete. Die meisten Ansichten dieser Reise entstanden in Hamburg und Umgebung, in Holstein sowie in der Stadt Lüneburg. Eine Gruppe von elf Blättern widmet sich Motiven aus der Umgebung von Danzig und vom benachbarten Kloster Oliva. In der Zeichnung Das Gasthaus Hermannshof bei Danzig-Langfuhr zeigt sich Waterloo im Umgang mit schwarzer Kreide und dem Pinsel in Grau von seiner begabtesten Seite. In mehreren Stufen legt der Künstler die Nuancen an – von den hellen, breit gemalten Partien bis zu den feinen Pinsel- und Kreideakzenten –, wobei auch die Papierfläche mit ihrem hellen Farbton eine wichtige Rolle spielt. Sehr überzeugend präsentieren sich die verschiedenen Materialien der Mauerflächen, die Wasserspiegelungen und die fein gegliederten Blättermassen. Hinzu kommt die Wirkung des vielfach reflektierten, durch die Bäume teilweise gefilterten Sonnenlichtes, das der monumentalen Ansicht eine besondere Brillanz verleiht. Natur und Architektur gehen hier eine stimmungsvolle, harmonische Verbindung ein.

Bosch, Bruegel, Rubens, Rembrandt. Meisterwerke der Albertina, hg. von K. A. Schröder und C. Metzger, Albertina, Wien, Ostfildern 2013, Abb. 126, S. 262.

Bibliography
  • Stubbe 1983, S. 150 f., 183, Taf. 53
  • A.K. Die Landschaft im Jahrhundert Rembrandts, hg. von M. Bisanz-Prakken, Albertina, Wien, Ostfildern 1993, Nr. 65
  • A.K. Drawings from the Albertina. Landscape in the Age of Rembrandt, bearb. von M. Bisanz-Prakken, The Drawing Center, New York
  • Kimbell Art Museum, Fort Worth, 1995, Nr. 56
  • A.K. Rembrandt and his time. Masterworks from the Albertina (Vienna), Milwaukee 2005, Nr. 65
  • A.K. Das Zeitalter Rembrandts, hg. von K. A. Schröder und M. Bisanz-Prakken, Albertina, Wien, Ostfildern 2009, Nr. 137 (M. Bisanz-Prakken)
  • AK Bosch, Bruegel, Rubens, Rembrandt. Meisterwerke der Albertina, hg. von K. A. Schröder und C. Metzger, Albertina, Wien, Ostfildern 2013, Nr. 126.
  • Provenance
  • Cornelis Ploos van Amstel (Auktion Amsterdam, 3.3.1800, Kunstboek R., Nr. 2)
  • Philippus van der Schley (1724–1817), Amsterdam
  • Herzog Albert von Sachsen-Teschen (L 174)
  • Online resources
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    Last edited21.02.2022