Das Gasthaus Hermannshof bei Danzig-Langfuhr
Anthonie Waterloo
um 1660
Anthonie Waterloo, über dessen Ausbildung kaum Informationen bekannt sind, trat vor allem als Zeichner und Radierkünstler hervor. Waterloo ist in erster Linie wegen seiner sorgfältig ausgeführten Zeichnungen von topografischen Ansichten, Waldmotiven und Panoramalandschaften bekannt, zu denen er während ausgedehnter Reisen durch das Niederrheingebiet um Arnhem und Rhenen sowie durch Norddeutschland bis in das heutige Polen angeregt wurde.
Um 1660 durchquerte der Künstler Norddeutschland und konzentrierte sich dabei auf zwei weit auseinanderliegende Gebiete. Die meisten Ansichten dieser Reise entstanden in Hamburg und Umgebung, in Holstein sowie in der Stadt Lüneburg. Eine Gruppe von elf Blättern widmet sich Motiven aus der Umgebung von Danzig und vom benachbarten Kloster Oliva. In der Zeichnung Das Gasthaus Hermannshof bei Danzig-Langfuhr zeigt sich Waterloo im Umgang mit schwarzer Kreide und dem Pinsel in Grau von seiner begabtesten Seite. In mehreren Stufen legt der Künstler die Nuancen an – von den hellen, breit gemalten Partien bis zu den feinen Pinsel- und Kreideakzenten –, wobei auch die Papierfläche mit ihrem hellen Farbton eine wichtige Rolle spielt. Sehr überzeugend präsentieren sich die verschiedenen Materialien der Mauerflächen, die Wasserspiegelungen und die fein gegliederten Blättermassen. Hinzu kommt die Wirkung des vielfach reflektierten, durch die Bäume teilweise gefilterten Sonnenlichtes, das der monumentalen Ansicht eine besondere Brillanz verleiht. Natur und Architektur gehen hier eine stimmungsvolle, harmonische Verbindung ein.
IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/32209/das-gasthaus-hermannshof-bei-danziglangfuhrImage Request