Cornelis Dusart, Ausgelassene Bauerngesellschaft in einer Scheune, Inv. Nr.: 15170
Ausgelassene Bauerngesellschaft in einer Scheune
Cornelis Dusart, Ausgelassene Bauerngesellschaft in einer Scheune, Inv. Nr.: 15170
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Ausgelassene Bauerngesellschaft in einer Scheune

Cornelis Dusart

1687




Künstler:in (Haarlem 1660 - 1704 Haarlem)
Date1687
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesSchwarze Kreide, Aquarell und Deckfarben, auf Pergament
Dimensions38,1 x 48,2 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number15170
Signedl.u. "Cornelis Dusart / 1687"
Markingsr.u. Herzog Albert von Sachsen-Teschen (Lugt 174)
Text

Cornelis Dusart war von ca. 1675 bis 1679 Schüler bei #Adriaen van Ostade (Inv. 9134, 17597, 17564). Nach dem Tod seines Lehrmeisters im Jahre 1685 übernahm Dusart dessen Werkstatt, einschließlich der dort verbliebenen Gemälde und Zeichnungen, die er kopierte oder mit Ergänzungen versah. 1679 trat er der Sankt-Lukas-Gilde bei. Seine Gemälde und Zeichnungen zeigen sich sowohl in der Bauernthematik als auch in der Anwendung der technischen Mittel entscheidend vom Werk der Brüder van Ostade beeinflusst. Gleichzeitig sind in seinen Arbeiten zahlreiche Zitate von berühmten Vorgängern wie #Adriaen Brouwer oder #Jan Steen anzutreffen. Dusart besaß außerdem eine große Sammlung von Zeichnungen und druckgrafischen Arbeiten von Zeitgenossen wie #Cornelis Bega, #Jan de Bray, #Gerrit Berckheyde und #Adriaen van de Velde, die ihn gleichfalls wesentlich inspiriert haben.
Die Darstellung der ausgelassenen Bauerngesellschaft in einer Scheune gehört zur Gruppe der großformatigen, sorgfältig aquarellierten Zeichnungen auf Pergament, die Dusart in den letzten zwei Jahrzehnten des 17. Jahrhunderts für den Verkauf produziert hat. In ihrer Technik schließen diese Werke an die minutiös auf Pergament ausgeführten Aquarelle von Adriaen van Ostade an, von denen allerdings nur wenige bekannt sind.
Das hier gezeigte Aquarell ist von einer - für Dusart - ungewöhnlichen räumlichen Wirkung und von einer ebenso seltenen Symmetrie. Im Fokus der Komposition steht ein Geigenspieler, der mit ausgestreckten Armen sein Instrument und einen Krug hochhält; er bekrönt eine dreieckig arrangierte Gruppe von turtelnden, raufenden und betrunkenen Bauersleuten, die im Hintergrund von zwei weiteren Figurenpaaren flankiert werden. Eine starke perspektivische Wirkung üben die einwärts verlaufenden Linien des hohen Scheuneninterieurs aus, die auf das helle Zentrum der - wohl unvollendet gebliebenen - Wand gerichtet sind. Die ganze Szene spielt sich wie auf einer offenen Bühne ab. Dusarts besondere Aufmerksamkeit galt den Gegenständen des Alltags, die er fast wie Stillleben arrangierte. 

Das Zeitalter Rembrandts, Ausstellungskatalog, hg. von K. A. Schröder und M. Bisanz-Prakken, Albertina, Wien, Ostfildern 2009, Abb. 99, S. 214-216.

Bibliography
  • A.K. Rembrandt and his time. Masterworks from the Albertina (Vienna), Milwaukee 2005, Nr. 62
  • A.K. Das Zeitalter Rembrandts, hg. von K. A. Schröder und M. Bisanz-Prakken, Albertina, Wien, Ostfildern 2009, Nr. 99 (M. Bisanz-Prakken)
  • Albertina, Rubens bis Rembrandt, hrsg. von Klaus Albrecht Schröder, Bad Vöslau: Grasl Druck & Neue Medien 2003, Abb. 79
  • Provenance
  • Cornelis Ploos van Amstel (Auktion Amsterdam, 3.3.1800, M 22)
  • Philippus van der Schley (1724–1817), Amsterdam
  • Herzog Albert von Sachsen-Teschen
  • Online resources
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    Last edited08.07.2021