Fünf Händestudien
Anonym
um 1500-1510
Das Blatt stammt aus einem Silberstiftskizzenbuch, ein für die Niederlande im 15. und frühen 16. Jahrhundert typisches Medium, in dem Künstler Naturstudien skizzierten, die ihnen später als Motivschatz für Tafelbilder dienten.
Die Zuschreibung des Blattes ist umstritten und reicht von den Niederländern Gerard David und Geertgen tot Sint Jans bis zum Deutschen Hans Holbein d. Ä. Der »malerische« und skizzenhafte Einsatz des Silberstifts findet die nächsten Parallelen bei Zeichnungen des Brügger Malers Gerard David (um 1460 – 1523). Vermutlich entstand das Blatt daher im Raum von Brügge oder Gent im frühen 16. Jahrhundert.
In der Sammlung des Louvre befinden sich zwei in Größe und Technik übereinstimmende Bildnisse, die aus demselben Skizzenbuch stammen dürften (Paris, Musée du Louvre, Département des Arts graphiques, Inv. 20652 und 20652bis). Die auf der Albertina-Zeichnung skizzierten Hände korrespondieren mit denen auf der Rückseite des ersten der Pariser Blätter. Beide Hälften erweisen sich dadurch als ein zu unbestimmtem Zeitpunkt zerschnittenes Skizzenblatt.
