Der Sturz des Phaeton, Inv. Nr.: 46621
Der Sturz des Phaeton
Der Sturz des Phaeton, Inv. Nr.: 46621
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Der Sturz des Phaeton

Raymond Lafage

spätes 17. Jahrhundert




Uri Peled Feldmann übergab seine Recherche-Unterlagen zur Sammlung Arthur Feldmann 2019 in das Sammlungsarchiv der Albertina.


In 2019 Uri Peled Feldmann handed over his research documents on the Arthur Feldmann collection to Albertina's collection archive.


Nach (Isle-sur-Tarn 1656 - 1690 Lyon)
Datespätes 17. Jahrhundert
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesTusche, Feder, laviert
Dimensions24,8 x 17,2 cm
CreditSchenkung Uri Peled Feldmann (im Namen der Erben) 2012 an das österreichische Volk in Erinnerung an seine Großeltern Dr. Arthur und Gisela (geborene Hofmann) Feldmann, Brünn
Object number46621
InscribedVerso: l.u. "B 3273 / EK 2630"
Signedl.u. "Lafage"
MarkingsVerso: l.u. "MZM (Moravske Zemske Museum)"
Text

Die Augen angstvoll aufgerissen, der Mund vor Schreck geöffnet, im Äther schwebend, unter ihm sein Rossgespann kopfüber in die Tiefe stürzend, fällt der griechische Held Phaeton zur Erde. Übermut und Überheblichkeit führen zum tiefen Fall. Das Motiv des Sturz des Phaeton wurde in der Kunst häufig behandelt. Glaubt man der links unten erkennbaren Bezeichnung, dann war der französische Zeichner und Grafiker Raymond Lafage der Schöpfer dieses Blattes. Doch nur oberflächlich erinnert der Zeichenstil an seine Werke: Die Linienführung des Blattes ist gekonnt, der Tumult um den Sturz ist virtuos erfasst und die Lavierung verleiht der Szene die für die Darstellung des Geschehens notwendige Dramatik.

Verglichen mit Zeichnungen Lafages ist die Zeichnung jedoch feiner, der Körper Phaetons ist kaum modelliert und wurde mit nur sparsamer Binnenzeichnung erfasst. Lafages Figuren sind robuster, athletischer, »michelangelesker«, ihre Gesichter durchgezeichnet. Lafage schraffierte die Dunkelstellen und Schatten auf seinen Zeichnungen. Besonders in der Figur des Phaeton erinnern die Art des Umrisses, das antikisch-typisierte Gesicht und die fehlende Modellierung an einen Zeichenstil, der eine klassizistische Arbeit, z. B. in Form einer Aquatinta oder eines Schabblattes, vorweggenommen haben könnte.

Viele von Lafages gezeichneten Entwürfen wurden von Stechern, u. a. von Adam Bartsch und Richard Earlom, bis in das frühe 19. Jahrhundert in Form von Radierungen reproduziert und verbreitet. Doch konnten wir weder eine Zeichnung Lafages noch eine Reproduktion eines seiner Nachstecher in den umfangreichen Zeichnungs- und Grafikbeständen des Künstlers in der Albertina finden, die die Bezeichnung auf dem vorliegenden Blatt bestätigen würden.

Spurensuche. Die Sammlung Arthur Feldmann und die Albertina, Achim Gnann, Heinz Schödl (Hg.), Wien 2015, S. 120.

Catalogue raisonné
  • B 3273, EK 2630
  • Bibliography
  • vgl. Achim Gnann, Heinz Schödl (Hg.), Spurensuche. Die Sammlung Arthur Feldmann und die Albertina, Wien 2015, S. 120-121.
  • Provenance
  • Dr. Arthur Feldmann, Brünn
  • GESTAPO (1939 - 1942)
  • Mährisches Landesmuseum Brünn (1942 - 1961)
  • Mährische Galerie, Brünn (1961 - 2003)
  • Erben Dr. Feldmann (2003 - 2012)

  • IIIF Logo IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/328096/der-sturz-des-phaetonImage Request
    Last edited01.07.2021