Jean-Pierre Andrieu, Blick von der Marienkapelle der Apsis in das Hauptschiff der Kathedrale vo…
Blick von der Marienkapelle der Apsis in das Hauptschiff der Kathedrale von Rouen
Jean-Pierre Andrieu, Blick von der Marienkapelle der Apsis in das Hauptschiff der Kathedrale von Rouen, Inv. Nr.: 14140r
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Blick von der Marienkapelle der Apsis in das Hauptschiff der Kathedrale von Rouen

Jean-Pierre Andrieu

1836




Künstler:in (Fenouillet 1821 - 1892 Paris)
Date1836
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesAquarell, Feder in Braun und Schwarz, weiß gehöht
Dimensions32,4 x 25,6 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number14140r
Signedr.u. mit Feder in Schwarz:"Rouen 1836 Andrieu"
Text

Die 1836 datierte Innenansicht der Kathedrale Notre-Dame in Rouen erweist den erst 15jährigen Pierre Andrieu bereits als Meister in der Technik des Aquarells. Die bildmäßig geschlossene Komposition besticht durch die Wiedergabe des differenzierten Wechselspiels von mystischem Dunkel und schwebendem Lichteinfall in reich nuancierten Brauntönen, in denen vereinzelt rote und blaue Farbakzente aufleuchten.
Andrieu führt den Blick des Betrachters von der 1302 erbauten Marienkapelle der Apsis über den Chorumgang in das Mittelschiff. Rechts, vom Bildrand überschnitten, sieht man einen Teil des Grabmals für #Louis de Brézé, Seneschall der Normandie, das seine Gattin #Diane de Poitiers zwischen 1536 und 1555 nach einem Entwurf von #Jean Goujon für ihn erbauen ließ. Der Bildausschnitt zeigt sie selbst in Witwentracht als kniende Trauerfigur am Kopfende ihres toten Gatten. Das gegenüberliegende, ebenfalls nur etwa zur Hälfte wiedergegebene Grabdenkmal schuf #Rouland LeRoux zwischen 1518 und 1525 für die Kardinäle, #Georges d´Amboise, Minister #Ludwigs XII. sowie Erzbischof von Rouen und dessen gleichnamigem #Neffen.
Architekturdarstellungen kommen im Œuvre Andrieus kaum vor und scheinen, mangels Vergleichbarem, in dieser monumentalen bildmäßigen Ausführung überhaupt eine Ausnahme zu sein. Auch wenn sich 1852 eine Reise u.a. nach Rouen nachweisen lässt, gehört das Aquarell, wie das Datum bestätigt, in Andrieus Frühwerk und zeigt überdies noch nicht seinen später stark von #Delacroix geprägten Stil. Andrieu übersiedelte 1844 nach Paris, trat 1845 in das Atelier von Eugène Delacroix ein, blieb zunächst als Schüler, dann als engster Mitarbeiter bis zu dessen Tod 1863, um sich unter Verzicht auf eine eigene Karriere ganz dem Genius Delacroix zu widmen. Die jahrelange Zusammenarbeit, das Kopieren und Restaurieren von Gemälden seines Idols blieben nicht ohne tiefgreifende Wirkung auf sein Werk, das sich sowohl inhaltlich als auch stilistisch völlig vom Schaffen Delacroix´ beeinflusst zeigt.

 

 

zitiert aus: Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Christine Ekelhart (Bearb.), Die französischen Zeichnungen und Aquarelle des 19. und 20. Jahrhunderts der Albertina. Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Albertina, Bd. XI, Wien/Köln/Weimar 2007, S. 16, Nr. 1.

Catalogue raisonné
  • Ekelhart 2007, 1
  • Bibliography
  • Suzanne Damiron, Henriette Bessis, Journal de Pierre Andrieu (1821-1982), Un document inédit, conservé à la Bibliothèque d´Art et d´Archéologie à Paris (Ms. 426), in: Bulletin de la Société de l´histoire de l´art français 1975/76, S. 261-280
  • Provenance
  • Erzherzog Carl von Österreich, erworben zwischen 1822 und 1847

  • IIIF Logo IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/33814/blick-von-der-marienkapelle-der-apsis-in-das-hauptschiff-derImage Request
    Last edited16.05.2012

    Friedrich Philipp Reinhold?, Apsis der Pfarrkirche von Schöngrabern, Inv. Nr.: 25933/32v
    Friedrich Philipp Reinhold
    15. Juli 1849 (Skizzenbuch: 1836-1849)