Henri  Dorschwiller, Ein alter Bauer und ein Mädchen im Gebet vor einem Wegkreuz in einer Gebir…
Ein alter Bauer und ein Mädchen im Gebet vor einem Wegkreuz in einer Gebirgslandschaft
Henri Dorschwiller, Ein alter Bauer und ein Mädchen im Gebet vor einem Wegkreuz in einer Gebirgslandschaft, Inv. Nr.: 14145
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Ein alter Bauer und ein Mädchen im Gebet vor einem Wegkreuz in einer Gebirgslandschaft

Henri Dorschwiller




Künstler:in (Colmar 1783 - 1859 Paris)
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesAquarell
Dimensions25,7 x 20 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number14145
Signedr.u. "henri dorschwiller" (Feder in Braun)
Text

Der aus Colmar stammende Henri Dorschwiller (eigentlich Henri de Boug d´ Orschwiller) widmete sich hauptsächlich der Landschaftsdarstellung, wobei seine besondere Vorliebe der Region der Vogesen galt. Das Aquarell der Albertina zeigt eine wildromantische Gebirgsgegend, in der ein älterer Bauer und ein Mädchen, beide in Trachtenkleidung, vor einem Wegkreuz ein Gebet sprechen. Ein dunkler, drohender Gewitterhimmel steigert die malerische Wirkung der naiv-pittoresken Szene. Sujet und inhaltliche Aussage erinnern noch entfernt an die Ideen #Jean Jacques Rousseaus (1712-1778) und dessen Forderung "Retournons à la nature". Als Idealbild galt der schlichte, unverdorbene Mensch, der sich nur in der Natur, in einfachen ländlichen Verhältnissen verwirklichen könne. Bereits 1729 hatte #Albrecht von Haller (1708-1777) in seinem Lehrgedicht "Die Alpen" die Sitten und Gebräuche der Bauern und den Frieden des Landlebens gepriesen und die Schweizer Bergwelt verherrlicht. Diese Gedanken fanden ihren Niederschlag weniger in Frankreich als vielmehr in Deutschland, vor allem bei #Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) und seinem Roman "Die Leiden des jungen Werthers" (1774), dessen Held, vom gesellschaftlichen Leben enttäuscht, in die Einsamkeit des Landlebens flüchtet und die bescheidene Lebensweise der Landbewohner inmitten der Schönheit der Natur rühmt. Gleichzeitig entdeckte #Johann Gottfried Herder (1744-1803) Volkstum und Volksdichtung wieder. Die Natur galt als das Befreiende. Die unberührte Landschaft und ihre Bewohner wurden nicht nur ihres ästhetischen Gewinns wegen geschildert, sondern um eine körperliche und moralische Besserung herbeizuführen. Der Künstler sollte durch die Darstellung landschaftlicher Schönheiten im Betrachter das Gefühl für Frieden und Glückseligkeit wecken und ihn zum Guten zurückführen (nach Reinwetter 1981, S. 23 ff.).

 

zitiert aus: Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Christine Ekelhart (Bearb.), Die französischen Zeichnungen und Aquarelle des 19. und 20. Jahrhunderts der Albertina. Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Albertina, Bd. XI, Wien/Köln/Weimar 2007, S. 266, Nr. 115.

Catalogue raisonné
  • Ekelhart 2007, 115
  • Provenance
  • Erzherzog Carl von Österreich, erworben zwischen 1822 und 1847

  • IIIF Logo IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/33818/ein-alter-bauer-und-ein-madchen-im-gebet-vor-einem-wegkreuzImage Request
    Last edited03.10.2018

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