Eugène Delacroix, Der Evangelist Johannes auf Patmos nach dem Altarbild von Peter Paul Rubens i…
Der Evangelist Johannes auf Patmos nach dem Altarbild von Peter Paul Rubens in der Kirche Saint-Jean in Mecheln
Eugène Delacroix, Der Evangelist Johannes auf Patmos nach dem Altarbild von Peter Paul Rubens in der Kirche Saint-Jean in Mecheln, Inv. Nr.: 24092
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Der Evangelist Johannes auf Patmos nach dem Altarbild von Peter Paul Rubens in der Kirche Saint-Jean in Mecheln

Eugène Delacroix

9. August 1850




Künstler:in (Charenton 1798 - 1863 Paris)
Date9. August 1850
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesRohrfeder in Braun, Pinsel, laviert
Dimensions23 x 18,7 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number24092
Markingsr.u. Nachlassstempel Eugène Delacroix (Lugt 838)
Text

Anlässlich eines Kuraufenthalts in Bad Ems vom 13. Juli bis 4. August 1850 wegen seiner chronischen Kehlkopfentzündung besuchte Delacroix auf der Hinreise Brüssel und Antwerpen, um Werke von #Peter Paul Rubens zu sehen. Auf der Rückreise blieb er vom 6. bis 10. August in Mecheln, wo er, wie er in seinem Tagebuch vermerkt, am 7. August in der Kirche Saint-Jean unter den Altarbildern von Rubens den "Schreibenden Johannes, über ihm der Adler" entdeckt habe (Delacroix, Journal I, S. 401). Er suchte "den Kirchendiener auf, um die Erlaubnis zum Abzeichnen zu holen", die er am 9. August wahrnimmt. Delacroix berichtet darüber in seinem Tagebuch: "Mecheln, Freitag, 9. August ... ungefähr eine Stunde ausgeruht und mit Jenny in die Kirche Saint-Jean gegangen, wo ich 2 oder 3 Stunden gezeichnet habe" (Delacroix, Journal I, S. 403).
Die mit wild bewegten, kräftigen Federstrichen ausgeführte Studie der Albertina gibt im Wesentlichen Rubens´ zwischen 1617-1619 entstandenes Gemälde wieder, ohne dass das Ergebnis jedoch eine akribische Wiederholung des Vorbildes darstellt. Delacroix orientiert sich zwar an der Komposition, verändert aber einzelne Details wie z.B. die Physiognomie und die linke Armstellung des Evangelisten oder die - nun weit ausgebreiteten - Flügel des Adlers nach eigenen künstlerischen Gesichtspunkten. Wie aus der Skizze ersichtlich, dürfte im Erfassen und Umsetzen der malerischen Qualitäten ein besonderer Anreiz gelegen haben. Trotz des grafischen Mediums finden sich Helldunkelwerte und Intensität des farbigen Ausdrucks der Ölmalerei mit Hilfe expressiver Linienstrukturen und kraftvoller Lavierung kongenial in die Zeichnung umgesetzt.
Delacroix war zeitlebens ein großer Bewunderer von Rubens und dessen farbig-bewegter Malerei, was seine zahlreichen Kopien deutlich machen. Bereits 1815 begann er Werke dieses Künstlers im Louvre nachzuzeichnen. 1839 unternahm er dann seine erste Reise in die Niederlande, im Sommer 1850 bot sich dann erneut die Gelegenheit, in Brüssel, Antwerpen und Mecheln Bilder von Rubens zu studieren und zu zeichnen.

 

zitiert aus: Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Christine Ekelhart (Bearb.), Die französischen Zeichnungen und Aquarelle des 19. und 20. Jahrhunderts der Albertina. Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Albertina, Bd. XI, Wien/Köln/Weimar 2007, S. 226, Nr. 98.

Catalogue raisonné
  • Ekelhart 2007, 98
  • Bibliography
  • Versteigerungskatalog Delacroix 1864, vermutlich unter Nr. 636 oder Nr. 637
  • AK Bremen 1964, Nr. 132 und Nachtrag Nr. 320
  • Provenance
  • Nachlassversteigerung Delacroix 1864
  • 1924 erworben
  • Online resources
    IIIF Logo IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/33841/der-evangelist-johannes-auf-patmos-nach-dem-altarbild-von-peImage Request
    Last edited05.06.2013