Pierre Paul Prud'hon, Draperiestudie für das Gemälde "Die Vereinigung von Liebe und Freundschaf…
Draperiestudie für das Gemälde "Die Vereinigung von Liebe und Freundschaft"
Pierre Paul Prud'hon, Draperiestudie für das Gemälde "Die Vereinigung von Liebe und Freundschaft", Inv. Nr.: 24202
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Draperiestudie für das Gemälde "Die Vereinigung von Liebe und Freundschaft"

Pierre Paul Prud'hon

um 1793




Künstler:in (Cluny 1758 - 1823 Paris)
Dateum 1793
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesSchwarze und weiße Kreide, auf blauem Papier
Dimensions33,8 x 27,3 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number24202
InscribedWidmung Oudinots auf dem ehemaligen Untersatzkarton in Feder mit Tinte: "Hommage de Respectueuse Sympathie offert à Monsieur Eitelberger Eug Oudinot"
Text

Die mit schwarzer und weißer Kreide in vielfältigen weichen Nuancierungen von hellen Glanzlichtern bis zu tiefsten Schatten ausgeführte Zeichnung diente als Draperiestudie für die Personifikation der Freundschaft im Gemälde "Die Vereinigung von Liebe und Freundschaft" (Minneapolis, The Minneapolis Institute of Arts). Dieses Bild war für Prud´hon in mehrfacher Hinsicht von Bedeutung: Es war seine erste große Allegorie als künstlerisches Resultat seiner römischen Jahre 1784-1788 und stand am Beginn seiner Karriere. Das Gemälde zeigt die sitzende Figur der Freundschaft als jüngere Frau mit entblößtem Oberkörper und reich gefältelter über die Beine gelegter Draperie, umarmt von einem nackten geflügelten Amor sowie einen Putto in einer Landschaft. In der auf Stand- und Spielbein hin konzipierten Körperhaltung Amors zeigt sich Prud´hon von dem Formenkanon antiker Statuen wie z.B. dem "Apollo vom Belvedere" inspiriert, während das sinnlich weiche Sfumato an #Correggio denken lässt. Prud´hon, nach 1801 auch "Corrège français" genannt (Laveissière 1994, S. 565), nimmt zwar in seinen Briefen keinerlei Bezug auf diesen Künstler, schwärmt dafür aber umso mehr von #Leonardo da Vinci als seinen "Lehrer und Helden" (zit. in: Laveissière 1994, S. 566). Diese Verehrung kommt in der vorliegenden Draperiestudie auf blauem Papier kongenial zur Geltung, nach Laveissière (1994, S. 568) "un morceau de pur léonardisme", in der, den Gewandstudien Leonardos vergleichbar, nur durch die Modellierung von Licht und Schatten auf getöntem Grund der Eindruck von schwerem Stoff und Volumen entsteht. Außer der Zeichnung der Albertina existiert noch ein weiterer Entwurf in Chantilly (Musée Condé; AK Paris/New York 1997/98, S. 69, Abb. 25a), in dem das Hauptaugenmerk auf der Figurengruppe und plastischen Gestaltung der nackten Körper liegt, während die Draperie nur mit wenigen, groben Strichen angedeutet ist.
Bildidee und erste Studien entstanden bereits in Rom, wie beispielsweise ein flüchtiger Entwurf im Skizzenbuch Moreau-Nélaton (Paris, Musée du Louvre) erkennen lässt. Noch nicht gänzlich vollendet und mit etwas Verspätung wurde das Gemälde 1793 als erstes Werk Prud´hons im Salon ausgestellt (AK Paris/New York 1997/98, S. 65, 66 und Nr. 25).

 

zitiert aus: Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Christine Ekelhart (Bearb.), Die französischen Zeichnungen und Aquarelle des 19. und 20. Jahrhunderts der Albertina. Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Albertina, Bd. XI, Wien/Köln/Weimar 2007, S. 550, Nr. 251.

Catalogue raisonné
  • GröKu562
  • Ekelhart 2007, 251
  • Bibliography
  • Stix 1927, Nr. 2
  • Laveissière 1994, S. 568, Abb. 618
  • AK Paris/New York 1997/98, Nr. 24
  • Provenance
  • Eugène Stanislas Oudinot
  • Rudolf von Eitelberger
  • Legat Oswald Kutschera von Woborsky (Prag 1887-1922 Wien)
  • 1924 erworben

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    Last edited22.11.2022