Mädchenporträt in Halbfigur nach links
François Théodore Rochard
1838
François Théodore Rochard folgt seinem älteren Bruder #Simon Jacques um 1820 nach London, wo er wie dieser als Bildnismaler und - miniaturist mit großem Erfolg tätig ist.
In dem 1838 datierten, vermutlich in London entstandenen Aquarell gibt er ein unbekanntes Mädchen in Halbfigur nach links gewandt wieder. Das Hauptinteresse gilt den individuellen Gesichtszügen, die mit Hilfe eines kleinteiligen, subtilen Strichsystems plastisch modelliert sind. Der Glanz des gelockten Haares wird mit einfachsten zeichnerischen Mitteln wie dünn laviertem Grund, über den verschiedene Schichten von Braun gelegt sind, suggeriert. Während die Frisur und vor allem das Gesicht in minutiöser Feinarbeit ausgeführt sind, deutet Rochard Dekolleté und Gewand seines Modells sowie die Stuhllehne mit flüchtigen, großzügigen Pinselstrichen in unterschiedlich dichten Lavierungen nur summarisch an.
zitiert aus: Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Christine Ekelhart (Bearb.), Die französischen Zeichnungen und Aquarelle des 19. und 20. Jahrhunderts der Albertina. Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Albertina, Bd. XI, Wien/Köln/Weimar 2007, S. 626, Nr. 288.
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