Löwenjagd
Charles Georges Dufresne
um 1918-1920
Ein Lieblingsthema Dufresnes ist die Löwenjagd, das seiner Neigung für exotische Schilderungen besonders entsprach. Die Anregung geht auf seinen Aufenthalt in Algerien zurück, kann aber auch den Einfluss der Jagddarstellungen von #Delacroix nicht verleugnen. Das Sujet kommt bei Dufresne wiederholt vor: Während die beiden Ölbilder in Nancy (Musée des Beaux-Arts; AK Troyes 1987/88, Nr. 42) um 1918/19 und Troyes (Musée d'Art moderne) um 1925 aus einem ornamentalen, kaum entwirrbaren Geflecht ineinander verschlungener Menschen- und Tierleiber besteht, wirkt die Zeichnung der Albertina klar und übersichtlich. Vermutlich weil sie als unmittelbarer Entwurf für die Radierung gleichen Themas gedacht war und bis auf die zentrale Gruppe mit schießendem Jäger zu Pferd ziemlich getreu in das Medium der Druckgrafik übertragen wurde. Der Reiter ist in der Radierung dann frontal auf den Betrachter gerichtet und nicht wie in der Zeichnung von rückwärts wiedergegeben. Einzelne Motive wie die linke Gruppe mit einem, einen Menschen reißenden Löwen, der schießende Mann rechts und der sich rechts oben anpirschende Tiger sind nahezu gleichgeblieben. Sogar die beiden Bäume, die den Reiter beidseitig einrahmen, sind in der Zeichnung bereits festgelegt. Die wichtigsten Motive wie der von einem Löwen angefallene, am Boden liegende oder der hinter einem Felsen mit angelegtem Gewehr kniende Mann finden sich auch in den beiden Gemälden.
zitiert aus: Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Christine Ekelhart (Bearb.), Die französischen Zeichnungen und Aquarelle des 19. und 20. Jahrhunderts der Albertina. Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Albertina, Bd. XI, Wien/Köln/Weimar 2007, S. 272, Nr. 118.
