Edgar Degas, Schwebender Engel nach Luca Signorelli, Inv. Nr.: 24122
Schwebender Engel nach Luca Signorelli
Edgar Degas, Schwebender Engel nach Luca Signorelli, Inv. Nr.: 24122
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Schwebender Engel nach Luca Signorelli

Edgar Degas

1858




Künstler:in (Paris 1834 - 1917 Paris)
Date1858
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesSchwarze Kreide, Bleistift, Feder in Braun, Pinsel, laviert, Rötelspuren
Dimensions31,6 x 23 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number24122
Inscribedl.u. mit schwarzer Kreide "Paradiso d'après Luca Signorelli 27. Juillet 58 Orvieto "
Markingsr.u. Nachlassstempel Edgar Degas in Rot (Lugt 658)
Text

Die Zeichnung stammt aus Degas´ Frühzeit und kopiert den rechten schwebenden Engel aus #Luca Signorellis Paradies-Fresko der Capella di San Brizo im Dom von Orvieto. Die Studie entstand am 27. Juli 1858 während Degas´ Reise von Rom nach Florenz, die er in Orvieto, Viterbo, Perugia, Assisi, Spello und Arezzo unterbrochen hatte, um Hauptwerke der italienischen Quattro- und Cinquecento-Kunst zu studieren. Degas war bereits 1856 nach Italien gekommen und blieb bis 1859. Unterbrochen von ausgedehnten Rombesuchen und kleineren Reisen, hielt er sich vor allem bei seinen Verwandten in Neapel und Florenz auf. Degas´ Œuvre beschränkt sich in den 50er-Jahren hauptsächlich auf Kopien nach Werken der Antike und der italienischen Früh- und Hochrenaissance. Ganz in der Tradition seines großen Vorbildes Ingres hatte er bereits in Paris begonnen, Studien nach Gemälden im Louvre, nach Gipsabgüssen und Reproduktionsstichen zu betreiben, die seine Beobachtungsgabe wesentlich schulten und sein zeichnerisches Können perfektionierten. Die über 750 Nachzeichnungen lassen bereits viele Merkmale erkennen, die später für Degas´ Kunst charakteristisch werden sollten: Sein Hauptinteresse galt von Anfang an den Bildnissen und Figurendarstellungen. Dem entsprechend notiert er am 27. Juli 1858 im Dom zu Orvieto: "Ich gehe in den Dom - Ich beginne einen Seraphin zu zeichnen...ich habe kein Verlangen nach der Natur zu zeichnen, Luca Signorelli begeistert mich, ich muß vor allem an die Figuren denken..." (zit. nach Reff 1976, Bd. 1, S. 70)
Degas gelingt es in der vorliegenden Kopie kongenial, Signorellis kraftvolle voluminöse Formensprache und die Modellierung der Licht- und Schattenpartien in das Medium der Zeichnung umzusetzen. Die eher seltene Kombination von Feder, mit der zunächst die Umrisse definiert wurden, sowie schwarzer und roter Kreide und lavierten Stellen vermittelt den gleichen Eindruck von starker Plastizität, Tonigkeit und malerischer Wirkung, die dem Fresko innewohnt.

 

zitiert aus: Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Christine Ekelhart (Bearb.), Die französischen Zeichnungen und Aquarelle des 19. und 20. Jahrhunderts der Albertina. Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Albertina, Bd. XI, Wien/Köln/Weimar 2007, S. 170, Nr. 74.

Catalogue raisonné
  • Ekelhart 2007, 74
  • Bibliography
  • Nachlassversteigerung Degas IV, Nr. 74a, Abb.
  • Reff 1964, S. 251, Anm. 17
  • AK Paris/Ottawa/New York 1988/89, S. 51
  • Provenance
  • Nachlass Degas
  • Simon Meller
  • 1924 erworben
  • Online resources
    IIIF Logo IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/34042/schwebender-engel-nach-luca-signorelliImage Request
    Last edited30.11.2021