Jean-Auguste-Dominique Ingres, Madame Paul Lavergne, geborene Marie-Marguerite-Agathe Duru, Inv…
Madame Paul Lavergne, geborene Marie-Marguerite-Agathe Duru
Jean-Auguste-Dominique Ingres, Madame Paul Lavergne, geborene Marie-Marguerite-Agathe Duru, Inv. Nr.: 24221
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Madame Paul Lavergne, geborene Marie-Marguerite-Agathe Duru

Jean-Auguste-Dominique Ingres

um 1830




Künstler:in (Montauban 1780 - 1867 Paris)
Dateum 1830
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesBleistift
Dimensions26,3 x 21,1 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number24221
Inscribedr.u. "Ingres a Madame / Lavergne." (mit Bleistift)
Signedr.u. mit Bleistift, kaum mehr lesbar: "Ingres"
Text

Das Porträt stellt Madame Paul Lavergne, geborene Marie-Marguerite-Agathe Duru, mit Spitzenhäubchen und im Schoß übereinandergelegten Händen auf einem Stuhl sitzend dar. Wenige dünne Linien suggerieren überzeugend schweres, faltenreiches Gewand, während Gesichtszüge und Haarlocken fotografisch genau ausgeführt sind. Über das Ehepaar Lavergne konnte Naef (1977-1980, Bd. 2, Kap. 95, S. 275-278) aufgrund fehlenden Archivmaterials nur einige Fakten in Erfahrung bringen: Marie-Marguerite-Agathe Duru wurde 1770 geboren, ihre Gatte Paul am 17. Juli 1771 in Athis-Mons. Die zivile Trauung fand am 18. November 1794 in Paris statt, die kirchliche erst am 13. Juli 1801. Am 8. September 1795 wurde ein Sohn (Paul), um 1797/98 eine Tochter (Justine) geboren. 1801 übersiedelte die Familie nach Madrid, wo Paul Lavergne in den Dienst des spanischen Königs #Karl IV. trat. Dieser ging 1812 - nach seiner Absetzung durch Napoleon - mit seinem Hofstaat nach Rom ins Exil. Auch Paul Lavergne mit seiner Familie, der das Amt eines Hofstallmeisters bekleidete, befand sich darunter. Ingres zeichnete das Ehepaar bereits 1818 in Rom (Paris, Petit Palais; Naef 1977-1980, Bd. 4, Nr. 222, 223) und dann erneut 1830 vermutlich in Paris. Das Porträt der Albertina ist nicht datiert und wird von Naef anhand der Kleidermode um 1827 angesetzt (Naef 1977-1980, Bd. 5, Nr. 307). Es scheint jedoch naheliegender, dass es ebenfalls 1830, im selben Jahr wie das datierte Porträt von Paul Lavergne (Bayonne, Musée Bonnat; Naef 1977-1980, Bd. 5, Nr. 335) entstanden ist, zumal beide in der Art der Darstellung wie Pendants wirken: Paul ist ebenfalls sitzend, jedoch halbfigurig und näher an den vorderen Bildrand gerückt, wiedergegeben. Während diese beiden einen intimen, privaten Eindruck vermitteln, sind die in Rom gezeichneten Dreiviertelansichten auf repräsentative Wirkung bedacht, was nicht allein in der effektvollen Haltung der Dargestellten, sondern vor allem auch in der betont modisch eleganten Kleidung zum Ausdruck kommt. 1819 starben Karl IV. und seine Gemahlin #Maria Luisa. Ob die Familie Lavergne in Rom blieb, ist ungeklärt.

 

zitiert aus: Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Christine Ekelhart (Bearb.), Die französischen Zeichnungen und Aquarelle des 19. und 20. Jahrhunderts der Albertina. Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Albertina, Bd. XI, Wien/Köln/Weimar 2007, S. 428, Nr. 193.

Catalogue raisonné
  • Ekelhart 2007, 193
  • Bibliography
  • AK Paris 1867, Nr. 366
  • Blanc 1870, S. 238
  • Delaborde 1870, Nr. 343 bis
  • Edouard Gatteaux, Collection de 120 dessins, croquis et peintures de M. Ingres, classés et mis en ordre par son ami Edouard Gatteaux, 1re et 2re séries, Paris 1875, Nr. 115 (irrtümlich als Besitz des Louvre angegeben)
  • Lapauze 1911, S. 286
  • AK Paris 1921, Nr. 232
  • Tietze 1925/26, S. 463, 64
  • Hans Tietze, The Exhibition of French Drawings and Engravings in The Albertina, Vienna, in: Apollo, London/April 1930, S. 264
  • AK Zürich 1937, Nr. 225
  • AK Albertina 1950, Nr. 153 a
  • AK Rom 1968, Nr. 74
  • Georg Poensgen, Ergänzende Bemerkungen zur Pariser Ingres-Ausstellung, in: Das Kunstwerk, Stuttgart, April/Mai 1968, S. 81
  • Naef 1977-1980, Bd. 2, Kap. 95, S. 275-278
  • Naef 1977-1980, Bd. 5, Nr. 307, vgl. auch Nr. 335 sowie Naef 1977-1980, Bd. 4, Nr. 223, 222
  • AK Tübingen/Brüssel 1986, bei Nr. 21
  • AK Innsbruck/lbertina 1991, Nr. 1.4
  • Albertina, Meisterzeichnungen: Tiepolo bis Goya, hrsg. von Klaus Albrecht Schröder, Bad Vöslau: Grasl Druck & Neue Medien 2003, Abb.80
  • Provenance
  • Nach Naef 1977-1980, Bd. 5, Nr. 307: Mme Paul Lavergne (gest. nach 1830)
  • spätestens 1867 im Besitz von Raymond Balze
  • anonyme Auktion Hôtel Drouot, Paris, 31.3.1920, Nr. 98 (vermutlich an Georges Bernheim)
  • um 1924 erworben

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    Last edited25.06.2018