Sechs Studien zu Männerporträts
Paul Gavarni
Paul Gavarni gehörte neben #Daumier zu den beliebtesten Genrekarikaturisten; sein immenses Œuvre umfasst tausende von Lithografien für Zeitungen, Buchillustrationen und Alben. Gavarni war ein vielseitig gebildeter Mann von Welt und verkehrte in den führenden Pariser Salons. Er kannte viele bedeutende Persönlichkeiten aus Kunst, Theater, Musik, Literatur sowie Politik und schuf auch zahlreiche Porträtlithografien (siehe dazu: Panthéon des illustrations françaises au XIXe siècle, un portrait, une biographie et un autographe de chacun des hommes les plus marquants dans l´administartion, les arts ..., hg. von Victor Frond, 15 Bde, Paris, Wien, London ...1867). Wie man sich die ersten vorbereitenden Ideenskizzen dafür möglicherweise vorzustellen hat, zeigt die vielleicht während eines gesellschaftlichen Ereignisses entstandene Zeichnung der Albertina mit sieben Studien für Männerporträts. Auf der Vorderseite (Inv. 28666r) gab Gavarni mit zarten, die physiognomischen Merkmale klar herausarbeitenden Bleistiftstrichen das Porträt eines nicht näher identifizierbaren Mannes ganzseitig wieder, das eine entfernte Ähnlichkeit mit dem Komponisten #Giuseppe Verdi aufweist. Dagegen sind auf der Rückseite sechs weitere Männerköpfe, deren Identität bis auf die Profilstudie links unten nicht geklärt werden konnte, in unterschiedlicher Ausführung skizziert. Der nur auf das Wesentliche beschränkte, kleine Kopf mit charakteristisch fliehender Stirn und markanter Nase dürfte möglicherweise den Schriftsteller #Ernest Renan (1823-1892) darstellen.
zitiert aus: Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Christine Ekelhart (Bearb.), Die französischen Zeichnungen und Aquarelle des 19. und 20. Jahrhunderts der Albertina. Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Albertina, Bd. XI, Wien/Köln/Weimar 2007, S. 364, Nr. 163.
IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/34118/sechs-studien-zu-mannerportratsImage Request