Jean Dufy, Porträt Jean Cocteau, Inv. Nr.: 40160r
Porträt Jean Cocteau
Jean Dufy, Porträt Jean Cocteau, Inv. Nr.: 40160r
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien Copyright: © Bildrecht, Wien 2026

Porträt Jean Cocteau

Jean Dufy




Künstler:in (Le Havre 1888 - 1964 Boussay)
Dargestellt (Maison-Lafitte 1889 - 1963 Milly-la-Fôret)
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesFeder in Blau
Dimensions32,2 x 25,3 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number40160r
Markingsr.u. "Jean Dufy" in Schwarz
Watermark"…B…Arches…Ecoles…B…"
Text

Jean Dufy hat u.a. auch Bühnendekorationen entworfen und bei dieser Gelegenheit #Jean Cocteau kennen gelernt, dessen Porträt er mit lockeren, hastigen Strichen in der Zeichnung skizziert. Trotz ökonomischer grafischer Notation kommen die charakteristischen physiognomischen Merkmale wie die dunklen, stechenden Augen, die lange, vorne breit verlaufende Nase, der schmallippige Mund und das dichte, drahtige Haar deutlich zum Ausdruck. Das Porträt der Rückseite (Inv. 40160v) ist mit Verve äußerst schwungvoll skizziert, wodurch Bewegung suggeriert und zugleich die Dynamik der dargestellten Person zum Ausdruck gebracht wird. Es ist anzunehmen, dass es sich ebenfalls um Jean Cocteau handelt, zieht man die charakteristisch ausgeprägte Form von Nase und Mund zum Vergleich heran.
Die Authentizität der beiden Porträtzeichnungen wird von Jacques Bailly, der an einem Werkverzeichnis Jean Dufys arbeitet, bezweifelt, nicht nur aufgrund des Stils, sondern vor allem wegen des andersartigen Signatur-Stempels. Dynamische, bisweilen knittrig spröde Linien, die für diese Arbeiten charakteristisch sind, lassen sich, m.E., im Œuvre Dufys häufig finden, so auch in einem der wenigen von ihm bekannten Porträts eines "Jungen Mannes" (Bailly 2002, B. 680), wo eine ähnliche Bildung der Ohren mit einer betonten Konturlinie oder des Mundes, im besonderen der herzförmigen Oberlippe auffällt. Der Stempel mit der Signatur "Jean Dufy" ist auf dem Albertina-Blatt leider stellenweise zu schwach und daher nicht gut lesbar, kommt aber z.B. in dem "Stillleben" (Bailly 2002, J. 567) - soweit erkennbar - identisch vor.

 

zitiert aus: Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Christine Ekelhart (Bearb.), Die französischen Zeichnungen und Aquarelle des 19. und 20. Jahrhunderts der Albertina. Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Albertina, Bd. XI, Wien/Köln/Weimar 2007, S. 284, Nr. 123.

Catalogue raisonné
  • Ekelhart 2007, 123
  • Provenance
  • Gérard Champin und Francis Lombrail, Paris
  • Oswald und Kalb, Wien
  • 1989 erworben

  • IIIF Logo IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/34174/portrat-jean-cocteauImage Request
    Last edited02.12.2021